Die Festivalsaison steht vor der Tür und dementsprechend sehen wir es als unsere Pflicht an, euch über die besten und / oder seltsamsten Festivals, die es auf der großen, weiten Welt gibt, zu informieren. Ob mit Psychedelic-Rockern bekifft unterm Kaktus liegend, nach Knoblauch stinkend, sich mit Tomaten bewerfend oder einem Käse nachrollend: Hier ist für jeden was dabei! Unsere Top 10 der weltweiten Festivals!

 

Platz 1: The Redneck Games – East Dublin, Georgia / USA (25. Mai)

Weil die amerikanischen Medien es kaum fassen konnten, dass Atlanta den Zuschlag für die Organisation der Olympischen Spiele 1996 bekommen hatten, beschimpften sie die Leute als „Rednecks“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie Proleten. Daraus – und ursprünglich als Charitiy Event für bedürftige Kinder gedacht – entstanden dann The Redneck Games, bei denen es wohl am ehesten darum geht, Spaß zu haben und so viel Blödsinn wie möglich zu machen. So kann man sich in allen möglichen Kategorien, wie z.B.: dem „toilet seat throwing“, „bobbing for pig’s trotters“ oder dem „mud pit belly flop“ messen. Sich für den guten Zweck zum Affen machen hat einfach Stil und macht unglaublich viel Spaß.

 

Platz 2: World Toe Wrestling Championship – Derbyshire / Großbritannien (Juli)

Wenn man den Namen dieses Festivals liest, ist einem sofort klar, wo das Ganze stattfindet. So schrullig und wunderbar durchgeknallt können auch nur die Briten sein. Setzen sich die Herrschaften doch glatt auf einen, im saftigen Grün stehenden, englischen Rasen (bei Schlechtwetter auch indoor) und bekriegen sich mit ihren Zehen. Ja ganz recht, mit den kleinen Rackern da ganz unten, denen man normalerweise – alle Fußfetischisten ausgenommen – höchstens bei der Pediküre größere Beachtung schenkt. Skurril und toll!

 

Platz 3: Cooper’s Hill Annual Cheese Rolling – Gloucester / England (Mai)

Tja, man kann Käse eben nicht nur essen, sondern – und weil alles andere ja viel zu langweilig wäre – auch bergab rollen lassen. Was genau der Sinn dahinter ist, sollte man sich lieber nicht fragen. Spaß scheint das Käserennen, das es angeblich schon seit den alten Römern gibt (dokumentiert aber seit 200 Jahren) jedenfalls zu machen. Und auch wenn man sich nicht lebensmüde dem Käselaib hinterherschmeißen will, kann man sich bei einem gemütlichen Bierchen beim Zuschauen amüsieren. Die spinnen, diese Briten!

 

Platz 4: Wife Carrying World Championship – Sonkajärvi / Finnland (Juli)

Welcher Mann träumte noch nicht davon mit seiner Frau auf den Schultern durch die Gegend zu rennen? Wo, wenn nicht in Finnland kann MANN Schulterstärke beweisen und mit seiner – hoffentlich federleichten – Angetrauten den ersten Preis für den schnellsten Ehefrau-Träger gewinnen. Kein erstrebenswertes Ziel und die Mühe nicht wert? Naja, man muss ja nicht teilnehmen. Aber zumindest zuschauen!

 

Platz 5: The Burning Man – Nevada / USA (August)

Mitten in der Black Rock Desert in Nevada kommen Ende August einige tausend Menschen zusammen, um ihrer Kreativität für acht brütend heiße Tage lang freien Lauf zu lassen. Was es hier gibt? Die Frage sollte eher lauten, was es hier nicht gibt?! Es geht um Kunst und Selbstdarstellung, Offenheit für alles und jeden, Party und Musik. Laut Angaben der Festivalbesucher kann man dieses Festival kaum mit Worten beschreiben, sondern nur selbst erleben. Höhepunkt des Spektakels ist die Verbrennung einer übergroßen Statue, des sogenannten „Burning Man“.

 

Platz 6: La Tomatina – Valencia / Spanien (August)

Ihr steht auf Tomaten in jeglicher Form? Dann ist dieses kleine spanische Spektakel im August genau das Richtige für euch. Im Hochsommer werden tonnenweise überreife Tomaten in die Straßen der kleinen Stadt Bunol gekippt, um danach für eine Stunde lang geworfen zu werden. Pünktlich von zehn bis elf Uhr dürfen die roten Dinger zu Ketchup verarbeitet werden. Danach ist das Werfen laut Ehrenkodex nicht mehr erlaubt. Den Höhepunkt stellt das sogenannte „Schinkenstürmen“ dar, bei dem ein Baumstamm erklommen werden soll, um an den oben befestigten Schinken zu kommen.

 

Platz 7: Haduki Madsuri (The Naked Festival) – Konomiya / Japan (Februar)

Tausende Männer in Lendenschurz oder ganz nackt auf den Straßen? Das gibt es mehrmals im Jahr in Japan. Sinn und Zweck des Ganzen ist nicht die gratis Erheiterung der weiblichen Bevölkerung, sondern das Erlangen von Glück für das bevorstehende Jahr. Ob das wirklich sinnvoller als Raketen schießen und Sekt trinken ist, wagen wir dezent zu bezweifeln. Aber was soll’s: Andere Länder, andere Sitten!

 

Platz 8: Austin Psych Fest – Texas / USA (April)

Vergesst Festivals wie das Coachella, das Glastonbury oder das Rock am Ring, wo nur mehr die Reichen und Schönen rumlaufen und es schon lange nicht mehr um die Hauptsache eines Musikfestivals – nämlich die MUSIK – geht. Für alle, die es etwas psychisch abgehobener, kleiner und sphärischer wollen, empfehlen wir das Austin Psych Festival im schönen Bundesstaat Texas. An einem kleinen Fluss in der dezenten Hitze des texanischen Frühlings spielen euch die Crème de la Crème der Psychedlic-Rock Szene in den siebten musikalischen Himmel. Schräge Wuschelfrisuren, hautenge Röhrenjeans und jede Menge schwarzes Leder (und eventuell auch ein paar Drogen) inklusive.

 

Platz 9: Iceland Airwaves Festival – Reykjavik / Island (Oktober / November)

Im hohen Norden findet man nicht nur bärtige Männer, eisige Kälte und fettiges Essen, sondern auch wahnsinnig gute Musik. Das Iceland Airwaves findet jedes Jahr Ende Oktober statt. Die beschissenste Jahreszeit um nach Island zu reisen? Mag sein, ist aber eigentlich auch total egal. Denn zum einen, ist es auf der Wikinger-Insel sowieso immer kalt (die Höchsttemperaturen im Sommer liegen bei krassen 15 Grad) und zum anderen, findet das Festival indoor in allen erdenklichen Schlupflöchern Reykjaviks statt. An Musik bietet das Iceland Airwaves wirklich alles, was das Indie-Rock-Herz begehrt. Was das Ganze – abgesehen von den gemütlichen Temperaturen und den sympathisch verrückten Isländern – besonders charmant macht, sind Begegnungen mit Björk oder Jónsi (Sänger von Sigur Rós) an der Supermarktkasse oder in der Bar nebenan. Außerdem spielen fast alle Acts auch ein paar Gigs in den sogenannten Off-Venues (in Bars, Boutiquen oder Hostels), die gratis (ohne Festival-Ticket!) besucht werden können.

 

Platz 10: Das Knoblauchfestival – California / USA (July)

Definitiv nichts für Menschen mit empfindlichem Magen oder jene, die sich gerade frisch verliebt haben. Denn bei diesem Festival dreht sich alles um die beste Zehe. Knoblauchzehe, versteht sich. Keiner weiß warum, keiner weiß wozu, aber es gibt Musik, Party und jede Menge Knofi, in allen erdenklichen Formen und Verarbeitungszuständen. Hier lädt man sich nicht auf einen Drink, sondern auf einen gemeinsamen Mundgeruch ein. Wem’s gefällt und schmeckt, ist hier goldrichtig.