Am vorletzten Wochenende, am 23. und 24. November, durfte ich mich als SLEAZE-Delegierte auf dem Sonic Visions – Konferenz- und Showcase-Festival – in Esch-sur-Alzette im schnuckeligen Luxemburg unter die ausgewählte, aber kompetente Masse aus Bookern, Promotern, Labelmenschen und natürlich Musikern aus ganz Europa mischen. Da habe ich doch glatt mal ein bisschen Mäuschen gespielt, wie das Musikbiz so läuft heutzutage und natürlich mal genauer hingehört, was Europas Neukommer so auf dem Kasten haben.

Eine schöne Sache, so eine Musikkonferenz, und noch viel schöner, wenn sich die Oberexpertenspinner nicht den Mund über Absatz, Gewinn und Vermarktung fusselig quatschen, sondern es tatsächlich mal um die Musik geht.

Unter dem im Prinzip schon alles erklärenden Motto „It’s all about the artist“ wurde ein Wochenende lang gecoacht, genetzwerkt und diskutiert, um Luxemburgs musikalischen „Nachwuchs“ eine Hilfe an die Hand zu geben. Eine Industrie wie in Deutschland oder Frankreich gibt es in dem Land, in dem man bei guten Verkehrsbedingungen in einer halben Stunde einmal quer durch die Nation gefahren ist, leider nicht. Bleibt nur der Kontakt in die großen Nachbarländer oder eben der Selfmade-Erfolg, berühmt auf eigene Faust. Und genau dafür soll das vom Luxemburgischen Exportbüro music:LX nun schon zum fünften Mal veranstaltete Sonic Visions Brücken bauen.

War man am Abend satt von neuen Bekanntschaften, spendierte man sich gegenseitig ein kühles Bierchen (Ein Hoch auf die Getränkefreimarken und Luxemburgs Finanzen) und genoss in den Mauern der Rockhal, was das Sonic Visions als Festival so zu bieten hatte. Und das war, mal ganz abgesehen von dem Publikumsmagneten The XX, der sich echt nicht mit Ruhm bekleckert hat, überraschend vielseitig und schön zu hören. Neben „ausländischen“ Musikern wie den viermaligen Scratching-Weltmeistern C2C aus Frankreich oder den wundervollen Kanadiern von Austra gaben sich auch – denn das war ja auch Ziel von’s Ganze – luxemburgische Bands die Ehre.

Ich hatte sogar das Glück, zwei dieser bei uns noch unbekannten Perlen zu interviewen und mit ihnen einen kleinen Schnack über Luxemburg und Musik zu halten.

Monophona, deren Album „The Spy“ im Februar 2012 auch bei uns in Deutschland erscheinen wird, haben sich mit mir über verschmelzende Musiken und wie es so ist, von vorn anzufangen, unterhalten.

Mit den Jungs von Hal Flavin hingegen ging’s um Biss, große Ziele und Bühnenshows.

Beide Interviews sowie mein Resümee dieser kleinen aber feinen luxemburgischen Musikszene könnt ihr nach der Winterpause in SLEAZE #36 lesen.

Bis dahin, immer schön neugierig bleiben! Die Musik hat es verdient.

Kirsten