„Warum sind Sie eigentlich Spanier?“, wollte ein netter und kompetenter Zollbeamter bei einer Kontrolle während der Anreise von unserem Redaktionsfreund und Filmemacher Miguel wissen und lieferte uns so den Running-Gag des Wochenendes und leitete damit auch das Festival voller weiterer Verrücktheiten und Kuriositäten ein.

SLEAZE bei Rock am Ring 2014

Wir kamen, um noch einmal eine letzte gigantische Party auf dem Nürburgring zu feiern. Rund 85.000 Musikbegeisterte fanden sich  für ein letztes Mal „Rock am Ring“ an der Eifel-Rennstrecke zusammen und rissen die Hütte auch direkt ab. Wir hatten eine Kamera von Canon im Gepäck, mit der wir unsere Erlebnisse und Eindrücke dokumentieren konnten.

„Warum sind Sie eigentlich Spanier?“

Da gab es so einiges: Mit der Band A Black Rainbow sind wir angereist, schlugen unser Zelt fast unmittelbar hinter der Center Stage auf, fuhren am frühen Morgen eine Runde Longboard über den Nürburgring, ließen uns Mojitos und Mini-Schnitzel in der Lounge bei den Kollegen von SWR3 schmecken, winkten freundlich, wenn es aus dem Publikum hieß „Scheiß Tribüne!“, schrien „Scheiß Tribüne!“, wenn wir in der Menge standen, bewunderten die Space-Toilette im Backstage und feierten mit alten wie neuen Freunden eine viertägige Party. Ach, und Bands haben wir uns natürlich auch noch angeschaut und selbstverständlich angehört.

Rock am Ring 2014

Mit Alligatoah auf dem Dach Linkin Park gucken

An den vier langen sonnigen Tagen gaben sich hammerharte Rockbands wie Metallica, Iron Maiden und Linkin Park, aber auch fette Rapacts wie Alligatoah, Marteria und die 257ers die Klinke in die Hand, während zwischendurch haufenweise „kleinere“ Bands, die nicht so leicht zu kategorisieren sind, über die Bühnen wuselten. Auch der ein oder andere Secret-Act wie Campino, Cro oder Casper sorgte für Aufregung bei den Gästen.

Zu den Highlights zählte unter anderem der torkelnde Pete Doherty mit seinen Babyshambles, die eine großartige Show ablieferten, die Queens of the Stone Age, die zwar ein wenig geknickt schienen, nicht auf der Hauptbühne spielen zu dürfen, aber dennoch zu unterhalten wussten. Die Nine Inch Nails verzauberten dann für 90 Minuten alle Anwesenden und neben all den anderen guten Bands, die jetzt aufzuzählen definitiv den Rahmen sprengen würde, zählten Triggerfinger definitiv zu den Bestangezogensten.

Während Marek Lieberberg, welcher das Festival mit seiner Konzertagentur in den vergangenen fast 30 Jahren am Nürburgring etablierte und zu einer starken Marke unter Musikfreunden und internationalen Bands machte, nun eine andere Spielstätte sucht, haben wir das Spektakel gebührend zum letzten Mal zelebriert und damit verabschiedet.

​Viele Besucher zeigten sich betroffen und solidarisch – während der Konzerte hielten sie Pappschilder in die Höhe auf denen sie Sätze wie „Danke, Marek!“ gekritzelt hatten. Andere errichteten vor ihrem Zelt ein kleines Grab für „Rock am Ring“, mit Holzkreuz (1985-2014), Blumengesteck und Kerzen.

Mit dem großartigen Line-Up fand das letzte „Rock am Ring“ am Nürburgring ein krachendes und passendes Soundgewitter statt Regen und echtem Unwetter ein Ende. Für das nächste Jahr sind beim neuen Festival „Grünen Hölle“ angeblich die „Böhsen Onkelz” Headliner, wie man munkelt – aber die mögen wir sowieso nicht so gerne…

Ein besonderes Dankeschön an die Firma CANON für die Legria mini X, die es uns möglich gemacht hat, diese fantastische Atmosphäre einzufangen.

Canon-Legria-Mini-X