Rock am Ring 2015 – 30 Jahre hat der Festivalriese mittlerweile auf dem Buckel. Ein Alter, in dem man anfängt, sich Gedanken um seine Vergangenheit und Zukunft zu machen. Das, was die Jahre zuvor so leicht fiel, bereitet mit 30. deutlich mehr Anstrengung. Dennoch gab es zahlreiche Autos mit RaR beklebt, es wurden unzählige Bierbongs vernichtet und Walls of Love, Hate and Death gebildet. Die fantastische Fanny und der schöne Miguel haben sich dem Wahnsinn auf dem Flugplatz Mendig ausgesetzt, um zu berichten (kurz, bunt und bündig) und neben knapp 90.000 weiteren Rockfans ein ereignisreiches Festival-Wochenende zu verbringen.

Das neue Gelände – wo ist denn hier der Ring ?

Als neues Gelände auserkoren wurde der Flugplatz der Stadt Mendig (Rock am Flughafen), welcher sich nicht weit entfernt vom vorherigen Standort, dem Nürburgring, befindet. Vorerst wurde ein 5-Jahres Vertrag abgeschlossen, mit positivem Blick in die Zukunft. Die Veranstalter nutzen jede Gelegenheit, um den Stadtnamen als internationalen neuen Rocksitz zu etablieren.

Warum die Stadt Mendig als neuer Veranstaltungsort gewählt wurde, war bei uns schon bei der Anreise klar: ein Lidl in 5min Laufreichweite (Festivalgetränke 5€ – Essen 5€+) und der Stadtname, welcher sich assoziativ leicht bei amerikanischen pubertierenden Musikfans im Gedächtnis verankern lässt (Du hast Dick gesagt hihi). Es fand sich in Mendig eine riesige ebene Geländefläche mit viel Platz für Maus und Mann auf dem Festivalgelände, jedoch bei dem Campingplätzen wurde nach Aussage vieler Besucher zu knapp kalkuliert. Einige mussten 45 Autominuten entfernt campen – eine Zumutung. Das neue Gelände in Mendig tat der Festival-Atmosphäre dann auch insofern einen abbruch, als dass Festivalbesucher, welche sich für 80 € Aufpreis einen vermeintlich besonderen special V.I.P. Zeltplatz erhofft hatten, etwas überrascht über die Realität waren: Sie erhielten für ihr Geld lediglich einen normalen Campingplatz mit Dixi-Klos, langer Schlange an den Duschen, dafür nur mit kurzem Fußweg zum Gelände, in Nähe der Becks Stage. Dies machte den Abschied vom Nürburgring dann doch anfangs nicht so ganz leicht für uns, ABER wir gewöhnten uns recht schnell an die neue Umgebung, wie man an unserer Bildergalerie sehen kann.

Das seriöse SLEAZE Team Fanny & Miguel

Das SLEAZE TEam Fanny & Miguel

Das Line-up – ein Potpourri der Musikrichtungen

Nachdem zuletzt 2014 für das Ende der Ära am Nürburgring Materia als Closing-Act auserkoren wurde, lies sich erahnen, dass sich Rock am Ring 2015 musikalisch weiter entwickeln und über den Rocktellerrand hinaus blicken würde. Nachdem sich die Veranstalter schon von dem Ring getrennt hat, muss es auch nicht ausschließlich Rock sein, was auf dem Spielplan serviert wird. So wurde am Samstag die Becks Bühne fast ausschließlich mit Hip Hop Hochkarätern bestückt. Zugezogen Maskulin setzten die Messlatte bereits am Nachmittag hoch an, dem folgten die Jungs aus der Wohnwagensiedlung (Trailerpark), der „Marathonmann“ Prinz Pi, die koitablen Boys von K.I.Z. und der herrlich grüne Marsimoto.

Miguel sagt: Deichkind war voll mega geil.

Fanny sagt: Maxim (einer der koitabelsten Rapper der Szene) ihm seine Bewegungen waren das Schönste, was ich an diesem Tag gesehen habe, während der Performance von „Ich bin Adolf Hitler“ am Samstagabend. Wer jetzt noch Angst hat vor der Vergangenheit, tut uns leid.

Miguel sagt: Deichkind war voll mega geil.

ROCK AM RING from Miguel Michaud on Vimeo.

Da die Meinungen bzgl. Musik und Unterhaltungswert bei beiden Redakteuren weit auseinander gehen, lassen wir für den Rest unseres Berichtes lieber Bilder und die Emotionen der Festivalbesucher sprechen.

Das Wetter beim Rock am Ring 2015 – das Blitzkrieggewitter und dessen Folgen

Das heftige Gewitter am Freitagabend verpasste uns keinen Schlag, aber dafür bisschen Pipi in der Hose. Drei heftige Blitze – zack – 33 Verletzte! Auf dem Campingplatz wurden Zelte und Pavillons vieler Rock am Ring-Gäste in derbe in Mitleidenschaft gezogen. Wir hoffen, es geht allen Verletzten bald wieder gut. 30 der Betroffenen konnten bis zum Samstagabend bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Miguel sagt: alles Quatsch. Marek Lieberberg (Mary Lovemountain) meinte in der Pressekonferenz, dass die Medien bei dem Unwetter maßlos übertrieben haben. Man munkelt, dass die Aufbruchstimmung des Publikums bereits während des Toten Hosen Auftritts, vor Regenbeginn, gleichstark war (hrhrhr).

Oder wie Marek Lieberberg sagen würde „Rock am Ring 2015 must go on!“

Marek Lieberberg

Marek Lieberberg