Kinder, Kinder … wir haben es getan. Wir haben weder Bandscheibenvorfall noch Gehörschaden oder Säuferleber gescheut und sind nur für euch (und vielleicht auch ein ganz kleines Bisschen für uns) nach Polen zum Festival mit dem klangvollen Namen Tauron Nowa Muzyka 2016 gereist.
An dem, was wir dort so alles erlebt haben, wollen wir euch natürlich teilhaben lassen.

Los ging es zu einer Zeit, zu der wir normalerweise noch mindestens zwei Stunden von Katzen, Einhörnern und Pfeffi träumen. Nämlich Donnerstags um 6:55! Morgens!
Aber hey, wir sind ja noch jung und dynamisch. Da können uns doch acht Stunden im polnischen Reisebus über polnische Stoßdämpferteststrecken nicht schrecken. (Falls es noch nicht aufgefallen ist, ich spiele gerade auf die Bandscheibe an)

Das Tauron Nowa Muzyka 2016 im Rückblick

In Katowice angekommen wurde nach kurzem Fußmarsch ins Hotel eingecheckt. What? Hotel? Richtig gehört.
war verfügt das Festival auch über einen super schönen, an einem See gelegenen Campingplatz, der ist jedoch etwas außerhalb. Wir haben uns daher für die Hotel-Variante entschieden, da das Hotel nur einen Katzenwurf vom in der Stadt gelegenen Festivalgelände entfernt ist.

Nach einer kleinen Stärkung ging es auf zum Eröffnungskonzert. Im architektonisch super abgefahrenen Sala Konzertowa NOSPR spielte Piano Hooligan zusammen mit dem nationalen Symphonieorchester des polnischen Rundfunks und Alexander Humala ein – sagen wir mal – „abgefahrenes“ Konzert. Gespielt wurde eine Stück von Steve Reich, welchens sich “Music for 18 Musicians” nennt.

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Freitag auf dem Tauron Nowa Muzyka

Am Freitag ging es frisch gestärkt schon zeitig aufs Festivalgelände. Der frühe Sleazel tanzt das Konzert, man kennt das ja.
Das Tauron Nowa Muzyka, gesponsort vom Energiekonzern Tauron, findet auf dem Gelände des Muzeum Śląskie, rund um einen eindrucksvollen Förderturm einer ehemaligen Kohlenmiene statt. Ein polnisches Ferropolis gewissermaßen.

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Die ersten Soundchecks auf den unterschiedlichen Bühnen versprachen zumindest schon mal Lautes, wenn auch nicht unbedingt Gutes. (Ihr erinnert euch an den oben erwähnten Gehörschaden). Der Soundcheck der Carbon Continent Stage beispielsweise, bot bei ihrem Soundcheck zwar spannende Musik aber einen dermaßen unausgewogenen Klang, dass nur noch die Flucht nach links blieb. Ins benachbarte Shoppingparadies, bestehend aus einem großen Zelt in dem allerlei polnische Designer und Kunsthandwerker auf Kundschaft warteten.

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Nach der Eröffnung des Abends, durch die polnische Kombo von Baaba Deluks ging es auf dem Gelände drunter und drüber. Irgendwo zwischen technoider Eletronika, Acid und – sagen wir mal – Klangkunst lassen wir es uns gut gehen. Bei dem einen oder anderen Bier (für schmale 2€) wurden viele neue beste Freundschaften geschlossen, getanzt und gelacht.

Gemeinsam lässt man sich treiben und wandert über das Gelände und pendelt zwischen den Stages. Nach Snarky Puppy und Battles auf der Main Stage geht es weiter zur Red Bull Music Academy zu Âme und Lena Willikens.
Nachdem dann noch ein wenig übers Gelände getingelt wurde und einige Locals eine quasi unvermeidliche Afterhour ausgerufen haben, ging es weiter in die Stadt. uier enden dann auch die Erinnerungen des Tages, der eigentlich schon Morgen war.

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Samstag

Tja, der Samstag. Der Morgen startet für uns leicht angeschlagen und etwa gegen 15 Uhr. Um wieder zur gewohnten und von allen Anwesenden erwarteten Höchstform aufzulaufen stärkten wir uns mit feinstem Żołądkowa Gorzk (Kräutervodka) und Pizza. Ja, in dieser Reihenfolge.
Aufgrund dieses „ausgedehnten Frühstücks“ schafften wir es an diesem Tag nicht direkt zum ersten Act zurück auf das Festivalgelände.

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Mit etwas Verspätung dann dort angekommen, lassen wir Namen einfach Schall und Rauch sein und vertrauen voll auf unsere Adlerohren und Katzenaugen. So tragen uns unsere sanften Tanzpfötchen. Von Floor zu Floor.
Bei der Red Bull Music Academy aufgewärmt, schweben wir weiter zur Main Stage wo uns eine eher konzertige Atmosphäre bei Floating Points erwartet und danl eindrucksvoller Retro-Lightshow verweilen lässt. Da die Tanzeslust noch lange nicht gestillt ist, geht es zurück zur Red Bull Stage, wo feinster Acid House der Ceephax Acid Crew unsere Schnurrhaare noch einmal gewaltig glühen lässt.

Den krönenden Absch(l)uss (und ganz vielleicht auch der Grund für einen verpassten Bus am Folgetag) bot dann irgendwann zu später Stunde Robag Wruhme bei der Afterparty auf der Secret Stage.

Sonntag und die Abreise

Am Sonntag ging es dann sehr zeitig wieder mit dem Bus zurück nach Berlin. Zumindest für diejenigen, die ihren Bus nicht verpasst haben …
Wir haben es dann aber auch wieder irgendwie zurück in die Heimat geschafft und nach dem Festival ist bekannterweise vor dem Festival. Kommendes Jahr wird das Tauron Nowa Muzyka vom 06.-09.07.2017 stattfinden und wir auf jeden Fall wieder mit dabei sein.

Bardzo dziękuję Katowice – Bardzo dziękuję Tauron Nowa Muzyka!