Nein. Feminismus ist kein Synonym für Körperbehaarung und auch nicht Name einer Verschwörung frustrierter Lesben, für die jeder Mann zwei zu viel sind und die sich deshalb mit allen Mitteln für deren Abschaffung einsetzen. Allerdings wird Feminismus zuweilen hierfür synonym verwendet. Und zwar nicht nur von Männern.

Dummheit und Kenntnisarmut unterscheiden eben nach keinerlei Zugehörigkeit – also auch nicht nach geschlechtlicher: Ein gleichberechtigender Ansatz, dem genau sich auch der Feminismus verschrieben hat. Ziel des Feminismus` ist nämlich kein behaartes Matriarchat, dass Männer, wenn schon nicht abschafft, so doch wenigstens unterwirft.

Vielmehr geht es um eine durch Ebenbürtigkeit der Geschlechterverhältnisse geprägte Gesellschaftsstruktur. Um das Ende jeder Form von Sexismus`. Um Selbstbestimmung. Um Gleichberechtigung und Gleichstellung. Beispiel gefällig?

Feministen sind nicht nur weiblichen Geschlechts und hassen per se keine Männer und/oder das Entfernen eigener Körperbehaarung. Feminismus bedeutet auch nicht, dass Frauen nicht Hausfrau sein dürfen. Es bedeutet aber wohl, dass sie es nur sein sollen, weil sie es wollen und eben nicht einer aufdiktierten geschlechtlichen Verpflichtung wegen.

Und trotzdem sich Feminismus für Rechte und Freiheiten (Gleichheiten) von Frauen einsetzt, findet die Bewegung längst nicht bei allen Frauen Zuspruch. Vielmehr sprechen sich einige sogar dagegen aus. Manche besonders idiotisch, wie etwa die Anhängerinnen der irrwitzigen womenagainstfeminism-Kampagne. Dass sie Feminismus nicht ansatzweise verstanden haben, beweisen ihre auf Schildern niedergeschriebenen Against-Gründe, die sie stolz wie Bolle und dumm wie Hulle in die Kamera halten.

Das fiel auch Blogbetreiber David Futrelle auf. Und weil Futrelle nicht nur Humor sondern auch zwei Katzen besitzt, die, wie er wenig überraschend feststellen musste, von Feminismus ähnlich viel / wenig verstehen wie die Women Against Feminism-Anhängerinnen, rief er das Projekt Confused Cats Against Feminism ins (digitale) Leben. In den Mittelpunkt seines gleichnamigen Tumblr-Blogs setzte Futrelle seine beiden Samtpföter und beschilderte sie mit fellsträubenden Against-Feminism-Begründungen, die sich an der Idiotie der von den Anti-Feminismus-Damen vorgebrachten orienTieren. Bald schon schlossen sich andere Confused Cats und deren Besitzer an, die ihre Tiere verzettelten: humorvoll und sinnfrei am Feminismus vorbei.

Und auch bei Katzenlosen erfreut sich der Blog wachsender Begeisterung. Zumindest bei jenen, die die Ironie verstehen, mit der Futrelle die Antifeminismus-Idee konterka(te)riert. Zwar tut er dies auf dem Rücken der Tiere. Aber solang es Thunfisch, Milch, Wollspielzeug und Streicheleinheiten gibt, dürfte die das wohl kaum interessieren.

Well done, Mr. Futrelle, well done! Hauptsache, der Feminismus wird bei all dem Fell-inismus nicht vergessen. Und zwar solang nicht, bis verinnerlicht und veräußerlicht wurde, dass keine besser als der und keiner besser als die andere ist. Meow.

Originally posted 2014-08-06 18:02:47.