Foto: [SFA002004807], Het Leven, Spaarnestad Photo

Ein Lied, das mehr als tausend Worte sagt und die Stimmung einer ganzen Stadt in nur 2:48 Minuten erschreckend lebensnah wiedergibt. Die Rede ist vom Song Gloomy Sunday (im Original Szomorú Vasárnap, was soviel bedeutet wie „Trauriger Sonntag), der ursprünglich von einem ungarischen Pianisten namens Rezső Seress stammt und in Ungarn als „Lied der Selbstmörder“ traurige Bekanntheit erlangte.

Ungarn litt unter den Folgen des „verlorenen“ Ersten Weltkriegs. Die Bevölkerung stand vor dem Nichts und vor allem in Budapest kämpfte man gegen eine Welle von Selbstmorden. Absurderweise machten einige Ungarn den Song Gloomy Sunday, der aus Liebeskummer des Pianisten entstand, dafür verantwortlich, dass sich so viele Menschen das Leben nahmen. Diese Überzeugung führte so weit, dass sich sogar manche Radiosender weigerten, den Song zu spielen.

Völlig rat- und planlos, wie man dieser Suizid-Epidemie entgegenwirken sollte, kamen zwei Herren namens Jeno und Binczo auf die schräge Idee einen „Smile Club“ zu gründen. Was zunächst als Witz gedacht war, wurde bald zur ernst gemeinten und als seriös wahrgenommene Heilmethode. Man gründete eine Schule, in der je nach Schwere und Form der Depression die verschiedensten Smiles à la Mona Lisa, Clark Gable, Dick Powell oder Loretta Young erlernt werden konnten.

So creepy die Idee an sich schon ist, machen es die folgenden Bilder der Therapiemethode, die 1937 in dem niederländischen Magazin Het Leven veröffentlicht wurden, noch viel abgedrehter:

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen: Smile like you mean it! Oder so…

Wir basteln mal an einem SLEAZE-Lachseminar. Könnte uns Grumpy-Cats aka Generation Praktikum nämlich auch nicht schaden.

Originally posted 2014-11-05 16:38:49.