Selbst, wer wie wir nie (bewusst) ein Statistik-Seminar besucht hat, weiß um Korrelationen, also um Wechselbeziehungen zwischen mindestens zwei Merkmalen, Ereignissen, Zuständen oder Funktionen. Beispiel? Beispiel! Also (redaktionsnahes) Beispiel:

  1. Die Weinschorle ist leer.
  2. Trauer hält Einzug.

⇒ Weil sowas (2. / Wirkung) halt von sowas (1. / Ursache) kommt.

Unbestritten, dass die Variablen (Weinschorle und Trauer) in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist offensichtlich und wir begrüßen herzlich: eine echte Korrelation.

Daneben gibt es aber auch die sogenannte Scheinkorrelation. Damit wird der scheinbare kausale Zusammenhang zwischen korrelierenden Variablen bezeichnet, der zwar statistisch existent ist, der jedoch nicht auf ein Ursache-Wirkungs-Prinzip zurückgeführt werden kann. Beispiel? Beispiel! Also Beispiel:

  1. Pro Kopf Käsekonsum steigt
  2. Wahrscheinlichkeit steigt, sich tödlich im eigenen Bettlaken zu verheddern

Skurrile Statistiken

Verehrtes Statisticum Collegium: wir haben es hier mit einer „echten“ Scheinkorrelation zu tun. Mit zwei Variablen also, die augenscheinlich zwar in Beziehung stehen, sich aber dennoch nicht gegenseitig bedingen müssen. Im Fall obigen Beispiels kann der Zusammenhang durchaus auf eine dritte Variable zurückzuführen sein. Zufall, dein Name sei Rotwein.

Statistikkamelle fürs Volk

Solche Scheinkorrelationen sind es, die Tyler Vigen, Statistikspitzel und Doktorand der Harvard Law School, die Händchen vor Glücksschwitze klebrig werden lassen. Auf seinem Blog Spurious Correlations sammelt und veröffentlicht Vigen skurrile Scheinkorrelationen. Dass diese nachweislich auf offiziellen Statistiken beruhen, stört nicht: wissenschaftlich sind die von Vigen hergestellten Zusammenhänge trotzdem nicht. Vigen verbindet einfach die absurdesten Variablen und konstruiert daraus Zusammenhänge. Quasi wie AfD und FPÖ das auch gern machen, nur in lustig.

Wer keine Zeit hat, sich durch die 30.000 Pseudo-Zusammenhänge zu klicken und auf die Schnelle eine Ausrede oder eine Verschwörungstheorie braucht, kann sich auch flott selbst etwas zusammenkorrelieren lassen.

Tyler Vigen geht es aber nicht nur darum, Statistikkamelle ins Volk zu werfen – sondern auch darum aufzuzeigen, wie wichtig es ist, genauer hinzusehen und vorgesetzte Statistiken, Grafiken und Zahlen richtig zu lesen, damit es nicht zu falschen Schlussfolgerungen kommt.

Skurrile Statistiken

Skurrile Statistiken

Skurrile Statistiken

Skurrile Statistiken

Skurrile Statistiken

Skurrile Statistiken

Bilder via www.tylervigen.com/spurious-correlations

Originally posted 2016-05-12 12:51:36.