© Gregg Segal

Nein. Nicht noch so ein Roadmovie noch so einer Band. Vielmehr handelt es sich bei 7 Days of Garbage um eine Bilderserie, mit der US-Fotograf Gregg Segal ein Problem in den Fokus rückt, das oft solang verdrängt wird, wie die Müllabfuhr nicht streikt: das globale Umweltproblem.

Wie der Name erahnen lässt, ist dieses ebenso global wie problematisch. Offiziellen Schätzungen zufolge werden jährlich 1,7 Milliarden Tonnen Haushaltsmüll erzeugt, wovon rund 1,24 Milliarden Tonnen tatsächlich entsorgt würden. Wenig überraschend dabei, dass sich Nationen mit hohem Einkommen mehr von allem leisten können. Also auch mehr Verschwendung. Allen voran die USA: Über vier Pfund Müll produziert der Durchschnittsamerikaner nach Angaben der amerikanischen Umweltschutzbehörde täglich.

Die Verschwendung sichtbar und auf das Problem aufmerksam zu machen, porträtiert der prämierte US-Fotograf Gregg Segal in seinem fortlaufenden Projekt 7 Days of Garbage Menschen inmitten ihres wöchentlichen (physischen) Mülls. Um das größtmögliche Publikum zu erreichen, wählt er dafür Menschen verschiedenster sozialer Hintergründe, die er, den direkten Einfluss auf die Umwelt zu verdeutlichen, inmitten möglichst natürlicher Umgebungen fotografiert. Durch die visuelle (und auch olfaktorische) Konfrontation hofft der Kalifornier, dass Teilnehmern ebenso wie Betrachtern das Ausmaß der Vergeudung klar und erkannt wird, wie viel des Mülls vermeidbar gewesen wäre. Und natürlich hofft er in der Konsequenz auf ein Um(welt)denken und -handeln.

Immerhin schämten sich einige der Teilnehmer bereits beim Sammeln so sehr, dass sie ihren Wochenabfall vor Segals Aufnahmen verkleinerten und nur einen Teil zum Shooting mitbrachten. Wohl möglich, dass der nächste Schritt Müllvermeidung ist. Wer weiß, vielleicht nehmen sie sich ein Beispiel an großartigen Initiativen wie dieser und jener, die individuelle Verschwendung zwar auch nicht abschaffen können, sie aber deutlich dezimiert.

alle Fotos © Gregg Segal

Originally posted 2014-08-01 15:59:37.