Ein Pfeifen, ein Zischen, ein unpassendes erotisch gemeintes, aber angeekelt aufgenommenes „Hallo“, „Hey Baby“ oder „Na!“ von der Seite. Eine Frau, die sagt, dass sie sich noch nie durch einen Kommentar eines fremden Mannes auf der Straße belästigt gefühlt hat, lügt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit.

Es ist traurig, aber wahr: Nahezu jede Frau kennt diesen unangenehmen Moment, in dem ein fremder Perversling sich in ihre Privatsphäre zwängt, indem er sie blöde anquatscht, sich demonstrativ die Lippen leckt oder ihr womöglich noch auf den Hintern haut. Und ich wette, jede Frau, der so etwas passiert ist, hat schon einmal harte Rachegelüste gepflegt. Vom polizeilich Anzeigen über an den Eiern aufhängen bis zur Kastration ist da alles dabei.

 

Verbrecherfotos

Die New Yorker Fotografin Caroline Tompkins hat den Spieß jetzt auf ihre ganz persönliche Art umgedreht. Wer sie anmachte und natürlich vorher nicht gefragt hatte, ob er diese Grenze überschreiten dürfe, wurde nun auch von ihr nicht mehr gefragt, ob sie ihn fotografieren dürfe. Kurzerhand hielt sie bewaffnet mit ihrer Kamera ihre Belästiger auf Bildern fest. „Es war mir wichtig, selbst wieder die Kontrolle in der Situation zu übernehmen. Diese Männer haben mich nicht gefragt, ob sie mich belästigen dürfen, also fragte ich sie auch nicht, ob ich ein Foto machen kann“, sagte Tompkins gegenüber der Zeitschrift Brigitte (ja, der ohne Crack).

Es entstanden unter dem Titel „Hey Baby“ dutzende Fotos von zumeist eher nicht so mit Schönheit und sportlichen Maßen gesegneten männlichen Exemplaren der Spezies Mensch. Einige posieren für die Kamera und andere sind sichtlich peinlich berührt.

Wir finden Tompkins’ Idee super und haben beschlossen, unsere Belästiger – vor allem Freds Belästiger – ab sofort immer von Stefan zeichnen zu lassen.

 

Bilder: carolinetompkins.com

Originally posted 2015-02-26 10:56:45.