Mit den Schulden verhält es sich ähnlich dem lästigen Herpes: Plötzlich sind sie da, sie bleiben oft länger als einem lieb ist und verfolgen einen bis in den Schlaf.
So erging es auch der Fotografin Brittany M. Powell, die im Jahre 2012 eine schwierige Entscheidung traf und Insolvenz anmeldete. Sie ließ sich von dieser Niederlage jedoch nicht zurückschrecken. Im Gegenteil: davon angespornt, erwachte in ihr das Bedürfnis, herauszufinden, welche Stellenwert Schulden im Leben der Menschen einnehmen.
Gemeinhin spricht man nicht über Schulden. Menschen vergleichen gerne und da sind Schulden nun mal peinlich. Es ist eher ein privates Problem, mit dem man selbst fertig werden muss. Ihre Intension ist es, auszumachen, warum Schulden, die nicht fassbar und ohne jegliches materielles Gewicht sind, so schwer auf unseren Schultern lasten.

»Many of us are in the same situation, but it’s not something that we collaboratively talk about.«

So schuf Brittany das Debt-Project, bei dem es um die Visualisierung der Schulden geht. Sie bat alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, für ein Portrait in ihrem Heim zu posieren – umgeben von ihren Besitztümern. Außerdem schrieb jede Person die Höhe der Schulden auf eine Karte und notierte die Geschichte, wie es zu diesen Verbindlichkeit kam.
Das Ziel der Fotografin ist es, 99 Menschen, über die gesamten Vereinigten Staaten verteilt, abzulichten. Auf diesem Wege soll eine Plattform entstehen, um das Schulden-Problem öffentlich diskutieren zu können. Gleichzeigt soll es die Betrachter dazu ermutigen, die aktuelle Wahrnehmung und wie wir zur Macht der Schulden und deren Rolle in unserer sozialen Struktur beitragen, zu hinterfragen und kritisch zu betrachten.

Die Portraits sind hier zu begutachten.

Schulden

Originally posted 2015-07-01 18:00:55.