Es war die unglaubliche Geschichte des südamerikanischen Mädchens Marina Chapman, die die Fotografin Julia Fullerton-Batten zu ihrer neuen Fotostrecke Feral  Children inspiriert hat. Dabei ging es um ein vierjähriges Mädchen, das sich nach einer Entführung in den Wäldern Kolumbiens mutterseelenalleine wiederfand und von Affen lernte, in der Wildnis zu überleben.

The Girl With No Name “inspired me to search further for other cases of feral children,” sagt Fullerton-Batten in einem Interview mit Feature Shoot. “I found that there were quite a number of these. Some cases resulted from children becoming lost, snatched by wild animals, and especially those left or neglected by their parents. The documented cases exist over four of the five continents.”

Feral Children – Traurige Geschichten mit Fotos erzählt

1. Lobo Wolf Girl, Mexico, 1845-1852

Es war 1845 als ein Mädchen auf allen Vieren inmitten einer Herde Wölfe beim Jagen von Ziegen zum ersten Mal gesichtet wurde. Ein Jahr später beobachtete man sie dabei, wie sie sich mit den Wölfen über eine Ziege hermachte. Einmal gelang es sogar, das Mädchen einzufangen. Doch kurze Zeit später war sie wieder verschwunden. Das letzte Lebenszeichen von der menschlichen Wölfin gab es 1852, als sie dabei gesehen wurde, wie sie zwei Wolfsjunge säugte. Kurz darauf verschwand sie im Wald und wurde nie wieder gesehen.

Feral children - das mädchen mit den Wölfen

2. Prava (The Bird Boy), Russland, 2008

Prava war sieben Jahre alt als er in einer kleinen Wohnung in Russland gefunden wurde. Er lebte dort wenig ungewöhnlich mit seiner 31 Jahre alten Mutter. Das Schockierende daran? Neben dem Jungen und seiner Mutter lebten in dem Apartment auch noch unzählige Vögel, die alle mit Prava in einem Zimmer eingesperrt waren. Für die Frau waren die Vögel und ihr Sohn gewöhnliche Haustiere, die sie in dem kleinen Raum hielt. Der Junge war körperlich unversehrt. Allerdings konnte er nicht sprechen, sondern nur, wie seine gefiederten Mitbewohner, zwitschern. Das kam daher, dass seine Mutter nie auch nur ein Wort mit ihm gesprochen hatte. So kommunizierte er mit den Vögeln und bewegte sich, wie einer von ihnen.

Federal Children Junge mit Vögeln

3. Genie, USA, 1970

Als Genie ein Kleinkind war, beschloss ihr Vater, dass sie „zurückgeblieben“ sei und schloss sie, an einen Kinder -Toilettensitz gefesselt, in einem kleinen Raum im eigenen Haus ein. Über zehn Jahre lebte das Mädchen in diesem Raum, auf diesem Stuhl in dem sie sogar schlief. Als das Mädchen 13 Jahre alt war, wurden Sozialarbeiter auf sie aufmerksam, als sie mit ihrer Mutter eine soziale Einrichtung besuchte. Das Mädchen konnte nicht sprechen oder alleine auf die Toilette gehen, hatte einen seltsamen Gang und machte seltsame Geräusche. In den darauffolgenden Jahren wurde Genie zum Forschungsobjekt. Sie lernte ein paar wenige Worte, schaffte es aber nie sich grammatikalisch richtig auszudrücken. Unzählige Aufenthalte bei diversen Pflegefamilien und Einrichtungen folgten. Irgendwann verschwand Genies Spur. Bis sie ein Privatdetektiv in einer Anstalt für geistig unterentwickelte Erwachsene fand.

Genie das Mädchen im Tiolettensitz

4. John Ssebunya (Der Affenjunge), Uganda, 1991

Im Jahr 1988 war John erst drei Jahre alt. Er musste mit ansehen, wie sein Vater seine Mutter brutal ermordete. Nach diesem traumatischen Erlebnis floh der Junge in den Wald, wo er von nun an mit Affen lebte. Als er 1991 gefunden wurde und in ein Waisenhaus gebracht wurde, war sein gesamter Körper von Haaren übersät, er hatte Schwielen an den Knien und in seinem Körper fanden sich bis zu einem halben Meter lange Würmer, die durch die Nahrung im Wald bestens im Körper des Jungens gedeihen konnten. Kurze Zeit später lernte John zu sprechen und es stellte sich heraus, dass er ein hervorragender Sänger ist. Mittlerweile tourt er mit einem Kinderchor namens Pearl of Africa durch Großbritannien.

Der Affenjunge

Noch mehr Bilder und Geschichten dazu, findet ihr HIER.

Originally posted 2015-11-05 16:54:01.