Ihr macht es einem wirklich nicht leicht, euch zu mögen, selfie-delen Smartphonetiker, ihr. Hier ein Selfie, da einer und ui – dort ja auch noch einer. Wenn euch partout keiner fotografieren will oder soll, weil euer Gesicht sonst  verwackelt, macht ihr es eben by yourselfie. Porträtiert euch neben Autos, neben der Spur, vor einem Getränk, vor der Pubertät, im Sanitätszelt auf der Kirmes, in der Umkleidekabine – was immer mit einer Präposition kombinierbar ist, ist es wert mit euch fotografiert zu werden.

Manchmal sind diese Aufnahmen sogar lustig, mehr als manchmal jedoch egal und zum Ignorieren freigegeben. Hin und wieder aber ist das Selfieren weder lustig noch egal, sondern dumm (Endstufe im Gruselmodus). Nicht zum ersten Mal macht Journalist Jason Feifer auf dera(aba)rtige Social-Media-Geschmacklosigkeiten aufmerksam. Dem entsprechend zeigt sein neuester Tumblr-Blog eine Auswahl von Selfies with homeless People. „Pardon? Retarded?“, ist so ziemlich alles, was des Denkens Mächtigen zu den Aufnahmen einfallen wird, auf denen überwiegend jugendliche Selfi(e)dioten mit herausgestreckten Zungen und aufgestellten Daumen vor Obdachlosen, „die sie gefunden haben“, für das world wide web posieren.

ausnahmsweise ist die Ähnlichkeit mit Miley Cyrus mal nicht das (Haupt)Problem

Wenn es normal läuft, ist (verständnislose) Wut die beim Durchsehen der Bilder generierte Emotion. Dessen ist sich auch Feifer sicher, der eben diese Wut nutzen will, um aus Scheiße Gold zu machen. Und zwar Gold in Form von Spenden für diverse Obdachlosenorganisationen, die er am Ende seines Blogs verlinkt hat. Hoffentlich löst Feifer damit mehr Spenden- als noch mehr Selfiefreude aus.

Originally posted 2014-02-25 11:00:22.