John Knuth aus Minneapolis lebt mittlerweile in Los Angeles und hat dieser Stadt mit seiner Bilderserie „made in los angeles“ ein kleines Denkmal gesetzt – zumindest auf der Metaebene.

Dazu muss jetzt etwas weiter ausgeholt werden, da er keine Fotos von den dreckigsten Ecken der Stadt macht, Postkartenmotive auf Bierdeckel schmiert oder in Venice Beach Touristen belästigt und die Kunst genaugenommen auch gar kein Fliegenschiss ist. Es ist nämlich Fliegenkotze.

Fliegenkunst

Fliegen können nicht kauen, müssen die Nahrung dennoch zerkleinern, um sie aufnehmen zu können. Das tun sie, indem sie ihren enzymhaltigen Speichel, in Kombination mit bereits Verdautem und der Magensäure, über das Objekt der Begierde ergießen. Wenn sich dann alles verflüssigt hat, kann es ganz bequem durch den Rüssel aufgesogen werden. Wenn die Fliege wohlgenährt weiterzieht, hinterlässt sie den sogenannten „flyspeck“ – auf Deutsch Fliegendreck oder eben Fliegenschiss (obwohl das aus biologischer Sicht eher inkorrekt ist).

FLyspeck art

Hier kommt jetzt Mr. Knuth ins Spiel, der die Fliegen zuerst mit McDonald’s Burgern und Taco Bell fütterte, um so „LA als Mikrokosmos“ darzustellen. Das sah dann entsprechend aus, weshalb er dazu überging, den kleinen Scheißern (biol. korrekt: kleinen Kotzern) mit Farbe versetztes Zuckerwasser vorzusetzen.

Etwa 50.000 Fliegen benötigt er für ein einzelnes Bild und wie dankbar ihm die Nachbarn sind, wenn er seine Helferlein nach getaner Arbeit in die Freiheit entlässt, kann man sich ganz gut vorstellen.

Ganz schön fly … for an art-guy.

Originally posted 2014-04-09 17:22:56.