Es sind ja nicht nur die Großbuchstaben, die bei uns groß geschrieben werden, sondern auch der Servicegedanke – so auch bei unserer Rubrik Guckst Du und klickst Du!
Wir präsentieren euch eine Liste liebevoll willkürlich zusammengestellter Links und schreiben kurz, was euch erwartet. Alles was ihr tun müsst, ist entscheiden, ob es taugt und in die Umgebung / Situation, in der ihr euch gerade befindet, passt und dann: klick, klick, klickediklick.

Auch wenn man es nicht vermutet, wir bei SLEAZE schauen uns nicht nur den ganzen Tag lang Katzengifs an, sondern lesen hin und wieder auch mal ein Buch. Aber meistens nur, wenn das Internet gerade wieder streikt … weil dann laden auch die Gifs nicht mehr ordentlich.
Dem Rest der Welt geht es heutzutage ähnlich. Total busy, voll gestresst, immer auf dem Sprung. Da hat doch niemand mehr Zeit, sich hinzusetzen und was anderes, als die Überschriften der aktuellen Nachrichten oder den Busfahrplan zu lesen. Falsch gedacht.

Guckst du und klickst du: Die SLEAZE Linkliste für Leseratten

Es ist nämlich so, dass es durchaus auch kürzere und weniger umfangreiche Schinken gibt, als beispielsweise Krieg und Frieden. Doch neben schmälern und inhaltlich zugänglicheren Büchern, wird die Kunst der Kurzgeschichten sehr oft vernachlässigt. Deshalb möchten wir euch heute einige wunderbare Vertreter dieser literarischen Gattung vorstellen.
Sieben großartige Kurzgeschichten, die knapp genug sind, um sie während der Mittagspause lesen zu können. Zeitmangel, oder Stress zählen also nicht mehr als Argumente.

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„Pygmalion“ von John Updike

John Updike hat über 20 Romane und unzählige Kurzgeschichten geschrieben und galt jahrelang als heißer Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Bis zu seinem Tod hat er ihn allerdings nicht erhalten und dennoch einen bedeutenden Teil zur Weltliteraur beigetragen.
„Pygmalion“ wurde von Ovids Erzählung „Methamorphose“ inspiriert und erzählt die Geschichte eines Bildhauers, der sich in seine eigene Statue verliebt. Diese Wendung enthüllt einen allgemeinen Narzissmus, der uns Menschen eigen ist.

„Hills Like White Elephants“ von Ernest Hemingway

Ernest Hemingway ist für seine lapidare Erzählweise und unaufgeregte Sprache bekannt. Dennoch schafft er es, auf wenigen Seiten eine Unterhaltung zwischen zwei Menschen gekonnt zu verdichten.
Die Geschichte spielt im Spanien der Vergangenheit und entblößt die Hintergründe, die eine scheinbar belanglose Konversation haben kann.

„Real Food“ von Chimamanda Ngozi Adichie

Ihr Roman „Americanah“, der zwei Frauen thematisiert, die aufgrund der nigerianischen Militärdikatur auswandern und Jahre später in ihre Heimat zurückkehren, wurde mit Preisen überhäuft, aber auch ihre Kurzgeschichten sind lesenswert.
In „Real Food“ setzt sie sich mit ihrer Heimat Nigeria auf ganz bestimmte Weise aueinander. Ihre Abneigung gegenüber dem traditionellen nigerianischen Essen, befreit sie einerseits, doch separiert sie wiederum von ihrer Familie. Vor diesem Hintergrund versucht sie zu ergründen, was es ausmacht und bedeutet Teil einer Kultur zu sein.

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„Adams“ von George Saunders

John Saunders verwischt die Grenzen zwischen Realität und Einbildung auf geniale Weise, dass wir beim Lesen bereits nach wenigen Sätzen nicht mehr sicher sind, was die größere und wirkliche Bedrohung darstellt. Ist es die gefährliche Außenwelt, oder sind es unsere eigenen Ängste?
Im Jahre 2000 bezeichnete ihn The New Yorker als einen der besten Schriftsteller unter 40 und wenn man „Adams“ liest, versteht man warum … auch wenn er mittlerweile älter ist.

„The Last Night Of The World“ von Ray Bradbury

Die gesamte Menschheit hat den gleichen Traum. Sie träumen alle davon, wie die Welt in naher Zukunft ein jähes Ende finden wird. Dennoch bricht keine Panik aus, sondern jeder geht seinem Alltag ganz geregelt nach.
Der hochgelobte Science Fiction Autor wirft ganz dezent die Frage in den Raum: „Was würdest du tun, wenn das Ende der Welt bevorstünde?“

„The Looking Glass“ von Anton Tschechow

Tschechow gilt mit seinen über 600 publizierten Werken als einer der bedeutendsten Vertreter der russischen Literatur.
Diese Kurzgeschichte widmet sich dem Kampf einer jungen Frau, die versucht ihren Ehemann von Typhus zu heilen. Sie glaubt an die unumstößliche Kraft der Liebe und muss gegen eine harte Realität ankommen.

„School“ von Donald Barthelme

Irgendetwas stimmt hier nicht.
„School“ handelt von einem Lehrer, der vom Tod verfolgt zu sein scheint und die Geschichte eskaliert sehr schnell. Eine postmoderne Erzählung, in der nichts ganz so ist, wie es scheint.

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Und jetzt setzt die Lesebrillen auf und nehmt euch ein paar Minuten. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Originally posted 2016-10-27 12:29:27.