Vorbei die Zeit, als porzellangesichtige Kunsthandwerkspuppen und die Ästhetik vernachlässigende, als „schmückend“ angepriesene Plastekreaturen die heimische Velours-Recamiere verunstalteten. Mit der Hipster-Puppe kann dort nämlich endlich ein Polyesterkörper drapiert werden, für den es sich nicht mehr zu schämen gilt.

Breit die Schultern, voll der Bart, der Leib tätowiert, der Oberkörper frei – viel zu gucken an dem 56 Zentimeter großen Puppen-Mann/Pupperich. Von der Größe mal abgesehen, erinnert die Hipster-Puppe optisch an eine Jahrmarktgestalt der Edwardianischen Zeit.

Die Hipster-Puppe

Mimi Kirchner / photo credit: Sarah Deragon

Erschaffen wurde der Faser-Beau von Mimi Kirchner. Zwar lässt die in Massachusetts lebende Textilkünstlerin eher an ein Imperium selbstgemachter Marmeladen und Apfelkompotte denken.

Tatsächlich aber ist sie sowas wie die Godmother der Hipster-Puppe. Und irgendwie könnte sie auch Tätowiererin sein. Dies zumindest lassen die Motive auf der Baumwollhaut der Puppe vermuten, welche Kirchner durch eine spezielle Färbetechnik herausgearbeitet hat. Durch weitere Details, die sie dem polyestergefüllten Körper ranstickte und rausklöppelte, wurde aus einem Baumwoll-Puppen-Dummy eine dekorative Hipster-Puppe.

Die kann, wie eingangs erwähnt, beispielsweise eine Velours-Recamiere aufwerten. Oder auf anderen Hipster-Objekten drapiert werden. Oder man kann mit ihr für dieses Internet posieren oder sie sich ans Bein binden und Pfandflaschen am Boxhagener Platz sammeln. Klappt beim Robbenmann auch. Und der hat nicht mal ne Hipster-Robbe. Nur eine aus Plüsch. Ohne Tattoos.

Fotos via etsy.com

Originally posted 2015-12-03 17:00:43.