Im Zeitalter der Smartphones und Tablets gibt es für so ziemlich jeden Schund eine App. Zugegeben: Es befinden sich auch einige gute Apps darunter. Doch nicht alle dieser sind auch wirklich sinnig. Die Eyewitness App hingegen schon. Mit ihrer Hilfe kann man nun Kriegsverbrechen doukumentieren.

Bei Kriegsverbrechen-Prozessen ist beweisendes Videomaterial von immenser Bedeutung. Die International Bar Association (IBA) tat sich nun mit anerkannten Experten zusammen und entwickelte eine App, die es jedem ermöglichen soll, Beweismaterial zu produzieren, das vor Gerecht standhält und so den hohen Anforderungen eines Kriegsverbrecher-Prozesses gerecht wird. Der Name der App: Eyewitness to Atrocities.

Das Problem bisher war, das bei ganz normalen Smartphone-Videos schlichtweg die benötigten Daten fehlten. Dazu zählen besipielsweise die Zeit und exakte GPS-Koordinaten. Dafür hat Eyewitness nun die Lösung.

Eyewitness

So funktioniert Eyewitness

Die App kann simpel über den Play Store geladen und auf dem Smartphone installiert werden. Sollte man (man will es nicht hoffen) Zeuge eines Kriegsverbrechens werden, startet man schleunigst die App. Eyewitness macht eine Aufnahme und speichert automatisch die Zeit und die Ortskoordinaten. Zusätzlich liefert die App Informationen zum nächstgelegenen WLAN-Netzwerk oder Mobilfunkmasten. Dadurch ist ein genauer Nachweis des Geschehens möglich, der eben auch vor Gericht als Beweis dienen kann. Damit sichergestellt wird, dass die Aufnahmen nicht nachträglich bearbeitet wurden, erstellt Eyewitness zudem einen Code – den Hash Value – anhand dessen man die Reinheit der Daten prüfen kann.

Nach der Aufnahme werden die Daten an einen gesicherten Server geschickt. Experten des Eyewitness-Projektes begutachten das Material und leiten es besipielsweise an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag weiter.

Eyewitness

Originally posted 2015-09-24 16:30:25.