Im Internetz gibt es nicht nur lustige Katzengifs und verschiedenfarbige Kleider, sondern auch das ein oder andere nützliche Ding – in diesem Fall die Infinite Jukebox.

Wenn man sich einen Ohrwurm eingefangen hat und das ausnahmsweise nicht von einem grauenhaften Song – die leider meist das höchste Ohrwurmpotential haben – kann man sich dem Drang, den gleichen Song wieder und wieder zu hören, nur schwer entziehen. Wenn das Album läuft, kann man es kaum erwarten, bis endlich der EINE Track kommt, man springt direkt dort hin oder greift gar auf das drastische Mittel der Repeat-Taste zurück.
Alles nur um den momentanen Lieblingssong bis aufs Äußerste auszureizen und sich, und meist auch sein gesamtes Umfeld, damit zu beglücken.

Bis man irgendwann genug hat und ihn vorerst mehrere Monate oder im schlimmsten Fall, nie wieder hören kann. Die Infinite Jukebox verschafft da Abhilfe, indem sie einen nie enden wollenden Quell der Freude aus einem drei Minuten Track hervorsprudeln lässt.

Entwickelt wurde die endlose Jukebox von Paul Lamere, auf dem Music Hack Day Boston, am 11. November 2012. Ihr liegt ein simples Prinzip zu Grunde, bei dem alle Takte eines Songs miteinander auf Gemeinsamkeiten geprüft werden, wodurch sich Pfade ergeben, zwischen denen hin und hergesprungen werden kann. Dadurch wird er automatisch länger und es entstehen unzählige neue Verknüpfungen innerhalb der Liedstruktur.

Jukebox

Bei Pink Floyds 23 Minuten-Werk „Echoes“ sieht das dann so aus. Verknüpfungen ohne Ende

Beim ersten Song erscheint die Infinite Jukebox wie ein nettes Gimmick zum kurzweiligen Zeitvertreib. Beim zweiten Song (je nach Songwahl) hat sich die erste Verblüffung erschöpft, aber man sollte die Seite noch nicht schließen und dem Vergessen anheimfallen lassen, denn spätestens beim dritten Song steigt man langsam hinter das Prinzip des Ganzen.
Da steckt viel mehr drin, als lediglich das Abspielen eines Titels in Endlosschleife.

Das jetzt alles im Detail zu erklären, wäre ganz schön viel unnötige Arbeit, denn das wurde bereits hier getan und würde – was noch viel wichtiger ist – den Spaß am selbst entdecken nehmen.
Man findet nämlich nach und nach heraus, wie genau die Jukebox tickt und spätestens, wenn man die vielen Einstellungsmöglichkeiten durchprobiert hat, kann man seine liebsten Songs ganz nach Wunsch strecken, verlängern und mit sich selbst remixen.

Originally posted 2015-02-28 18:13:33.