Wir alle haben Sex. Und wir alle wissen, dass man mit Sex viel – und vor allem schnell – Geld verdienen kann. Leider auch gerne auf Kosten anderer: Regenwälder, asiatische Kautschukzapfer und osteuropäische Sexarbeiterinnen sind Hinterlassenschaften unseres unbedachten Rammelns.

Während vor allem Letztere ein Fall für die politische Agenda bleiben, haben sich ein paar schlaue Berliner zumindest für das Nachhaltigkeits-Problem eine originelle Lösung ausgedacht: Waldemar, Philip, Einhorn Wolfie und ihre kreativen Team-Köpfe plädieren mit ihren einhorn Kondomen für ökologisches Vögeln mit fairem Handel und transparenten Produktionshintergründen – fairstainable heisst das Ganze dann. Und den sexy Verpackungsbonus gibt’s mit Kondomen in Chipstüten quasi (fast) gratis dazu.

Warum braucht dein/sein/ihr Penis nachhaltige Kondome?

Mal ehrlich, ihr Berliner, Wahlberliner und Nichtberliner: Wer den Trend um Nachhaltigkeit, Fairtrade und all green everything nicht mitbekommen hat, lebt mit seinem Zwerg hinterm Berg.
Mit ihrem jungen Start-Up und der Idee um nachhaltige Kondome wollen einhorn den Kondomkauf revolutionieren – von der Loserecke zwischen Tampons und Klopapier zur Pole Position im Onlinehandel.

Aber es ist auch nicht immer alles Grün, was glänzt. Und eine schöne Verpackung allein macht den Penis und somit auch die Vagina nicht glücklich. Das wissen auch die Jungs, Mädels und Einhörner von einhorn.
Deshalb versprechen sie für die nächsten Jahre eine ausführliche Kampagne rund um den fairen Kondomhandel: Die Gründung einer wissenschaftlichen Kooperative für den nachhaltigen Anbau von Kautschuk steht ebenso wie die Begleitung der Produktion vor Ort und die Live-Überprüfung der Arbeitsbedingungen auf den malaiischen Plantagen auf der ökologischen To-Do-Liste der Jungunternehmer.

Und es kommt tatsächlich noch exemplarischer: Die Hälfte der Profite soll in soziale Projekte oder in eine bessere Bezahlung der Plantagenarbeiter und- arbeiterinnen fließen.

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Einhörner beim Kondomtest.

Sex für Geld – Die einhorn Kampage

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber einhorn pocht auf seine ressourcen- und menschenfreundliche Verkaufspolitik – und sein junges Auftreten. Schließlich bestünde die Kondombranche sonst lediglich aus zielgruppenfernen alten Säcken, die „wahrscheinlich selbst keinen Sex mehr haben“, so die beiden Gründer im Interview mit Editionf.

Offenbar hat Jugendlichkeit (und Nachhaltigkeit. Und fairer Handel!) im Sexbusiness Erfolg: Knapp 30 Stunden nach Beginn der Crowdfunding-Kampagne konnte das Projekt Nachhaltige Kondome bereits über 50.000 Euro sichern – ein Sechstel des Fundingziels.
Als Dank winken besonders großzügigen Spendern übrigens 1 Million Kondomverpackungen mit ihrem Gesicht drauf. Das finden wir gut – könnt ihr dann an eure Mütter verschenken. Und vielleicht gibt’s dann auch mal Sex für umsonst (natürlich nicht mit euren Müttern).

Originally posted 2015-02-04 16:12:14.