Selbst SLEAZE ist die reinste B-Waren-Redaktion, die mehrheitlich aus Minderheiten besteht und sich hervorragend zur Vermietung über Rent-A-Minority eignete.

Immer diese politisch Korrekten. Diese Menschenfreunde. Diese Vielfalt-Bejahenden und – noch schlimmer – sogar Fordernden. Kein schönes Land für all die Vorstands-Donalds.

Erst dieser moralische Zwang, für Diversity im Unternehmen zu sorgen und dann? Dann steht man da mit der Quotenbelegschaft und niemand guckt mehr hin. Niemanden interessiert es mehr – gerade so, als sei es das Normalste der Welt, nicht nur heterosexuelle weiße Männer zu beschäftigen. Nur weil andere vielleicht genauso gut oder, okay, manchmal vielleicht sogar besser qualifiziert sind, heißt das doch noch lange nicht, dass … Also, man wird ja wohl mal noch sagen dürfen, dass … Deswegen ist man doch nicht gleich …

Es muss doch möglich sein, den Anschein der Vielfalt aufrecht zu erhalten, ohne tatsächlich das wohlige heterosexuelle-weiße-Männer-Betriebsklima zu gefährden. Warum also dauerhaft mit Minderheiten belasten, wenn sie anlassentsprechend mietbar sind?

Yeah, but no, but yeah … Sehr lustig – aber eben nicht nur

Rent-A-Minority: Ein Herz für die Defizitelite

rentaminority.com

Eine Frage, auf die Arwa Mahdawi mit ihrem satirischen Webauftritt Rent-A-Minority entsprechende Lösung anbietet. Stundenweise werden hier Angehörige von Gruppen zur Vermietung angeboten, die in Unternehmen oft unterrepräsentiert sind. Was üblicherweise spätestens dann auffällt, wenn außenwirksame Projekte anstehen: eine Konferenz, eine Preisverleihung, ein Firmenporträt, eine Preisverleihung oder auch eine Unternehmensbroschüre.

Dann nämlich geraten die minderheitsfremdelnden Unternehmen in Erklärungsnöte. Nur weil sie, vom prekären, quotendominierendem Bereich abgesehen, ausschließlich weiße heterosexuelle Männer beschäftigen, werden sie als rassistisch, homophob, frauenfeindlich dargestellt. Jenen rassistischen, homophoben, frauenfeindlichen Unternehmen in Scheinwerfer-Momenten minderheitlich zur Seite zu stehen, hilft Rent-A-Minority. Für eine Belegschaft, so vielfältig wie möglich, aber keinesfalls vielfältiger als nötig. Also nicht „zu farbig“, nicht „zu muslimisch“, nicht „zu feministisch“ … und vor allem: nicht zu langfristig.

Rent-A-Minority: Ein Herz für die Defizitelite

screenshot rentaminority.com

Falls es eben überlesen wurde: Rent-A-Minority ist eine Satire-Webseite. Wer daran zweifelt, wird wissen warum. Weil es nämlich einen traurigen Anlass namens Realität für ein Angebot wie dieses gibt. Noch immer werden Menschen (nicht nur) bei der Jobvergabe etwa aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Herkunft, der sexuellen Identität oder aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung diskriminiert. Das wollte Arwa Mahdawi, Partnerin in einer New Yorker Werbeagentur und regelmäßige Berichterstatterin der Technik- und Werbebranche, nicht mehr akzeptieren und hat mit Rent-A-Minority eine eindrucksvolle Kampagne für (wirkliche und dauerhafte) Vielfältigkeit gesetzt. Sieht auf den ersten Blick nicht so aus – rüttelt aber wacher, als es die x-te (wenn auch berechtigte) Petition wohl könnte.

Originally posted 2016-03-12 12:00:19.