Wer an Youtuber denkt, denkt meist an flippige, schnell sprechende Menschen an der Grenze zur Volljährigkeit, die Schminktipps geben, irgendwelche Produkte aus der Originalverpackung befreien, Musik machen, oder auch einfach nur Unsinn reden (im Ernst. WTF?!)

Einige Youtuber haben mehr als eine Millionen Follower, die dann gespannt vor den Bildschirmen sitzen und zuschauen, wie jemand seine jüngsten Einkäufe präsentiert oder Videospiele spielt.

Da kommt man mit Mitte zwanzig schon manchmal nicht mehr mit und setzt sich lieber selbst vor die Konsole, oder kauft sich den Eyeliner, der den perfekten Liedstrich fast von alleine zieht, einfach selbst in der Drogerie an der Ecke.

Wie diese fremdartige Welt auf Menschen wirkt, die nicht nur jahrelang in D-Mark bezahlt, sondern auch die Mondlandung live im Fernsehen angeschaut haben, kann man sich eigentlich denken. Wir reden hier immerhin von Leuten, die laut eigener Aussage „näher an der 100 als an der 70 sind“.

Man kann sich als junger Hüpfer kaum vorstellen, dass der durchschnittliche Rentner genügend Medienkompetenz besitzt, um Youtube überhaupt zu finden und nicht vorher eine Brieffreundschaft zu nigerianischen „Prinzen“ aufbaut, weil diese ihm eine halbe Milliarde Euro schenken möchten.

Umso größer die Verwunderung und Freude, als wir über die ältesten Youtuber Deutschlands stolperten. Erna und Willi sitzen seit Anfang des Jahres regelmäßig vor der Kamera, um nicht etwas Kochtipps und Hilfe bei der Pflege eurer Geranien zu geben, sondern darüber zu reden „wie toll man mit über 70 noch leben kann“.
Wobei nützliche Tutorials von Menschen, die in der Regel wissen wie man überlebt, weil sie es so lange (auch und gerade ohne Internet) geschafft haben, sind auch keine ganz blöde Idee. Man muss sich nur mal umschauen, wie viel Unwissen herrscht.

Wenn man bei den beiden Internet-Rentnern reinschaut, herrscht da deutlich mehr Kenntnis und Weitblick.

Die beiden haben in knapp vier Monaten bereits 10.000 Follower zustande gebracht und sitzen weiterhin auf ihrer roten Couch und reden unter anderem über Masturbation.
Empfehlt die beiden doch einfach mal euren Großeltern, um sie so ganz behutsam an das ominöse Internetz heranzuführen.

So richtiges Hexenwerk kann das nicht sein, wenn schon jeder Dreikäsehoch auf dem iPad surft (bildlich gesprochen) und Willi und Erna den Ytitties und Konsorten Konkurrenz machen.

Daher fordern wir: Mehr Internet für alte Menschen!

youtube_rentner

Originally posted 2015-04-14 18:16:51.