Seit ich denken kann finde ich meinen Körper, nun ja, sagen wir mal, nicht so berauschend. Wir befanden uns lange Zeit im Krieg, aber auch in Friedenszeiten mochte man sich nicht besonders, sondern ignorierte sich höflich. Mit dem Gefühl bin ich natürlich nicht allein, ich gehöre damit nicht mal einer Minderheit an. In unserer Redaktion hatte eigentlich jede schon die ein oder andere Körperkrise.

Mit seiner Figur unzufrieden zu sein ist für die meisten Frauen (und Männer) so selbstverständlich wie morgens vor dem Aufstehen die Augen zu öffnen.

Das ist nicht nur schade, sondern ein Grund wütend zu werden. Aber ich werde mich jetzt nicht in Rage über Beautyzwang und Schlankheitswahn schreiben. Schwer fallen würde es mir nicht, es juckt mir ehrlich gesagt in den Fingern, aber dazu ein anderes Mal. Schreiben wir heute mal über etwas Positives. Was hilft, um mit sich selbst nicht mehr so hart ins Gericht zu gehen? Wie fühlt man sich wohler in seiner Haut?

Patentrezepte gibt es hier selbstverständlich nicht. Die wären in der Anmeldung sowieso zu teuer für uns. Stattdessen drei Strategien, um sich selbst gegenüber ein wenig lässiger zu werden.

 

So wie ich dir, so auch mir

Hast du schon mal eine Freundin im Bikini angesehen, ihr auf die Dehnungsstreifen geschaut, dich geekelt und angefangen sie gehässig zu beschimpfen? Nein? Eben. Mit sich selbst hingegen tut man genau das. Man geht häufig mit sich selbst viel härter ins Gericht als mit anderen. Was bei denen ein kleiner Makel ist, der sie erst individuell macht, ist für einen selbst manchmal das Beschämendste, was es gibt. Klingt logisch, oder nicht?

Wir sagen, gleiches Recht für alle, auch für einen selbst. Denn klar hat die Freundin Dehnungsstreifen, aber davon geht ihre Welt nicht unter. Deine also auch nicht. Und wie asos gerade zeigt, haben auch Models Dehnungsstreifen am Popo. Gleiches Recht für alle eben.

 

Scheiß auf Modetrends

Finde stattdessen raus, in was du dir am besten gefällst. Modetrends hinterher zu rennen ist wie eine Rolltreppe in die falsche Richtung zu gehen. Man sagt nicht umsonst Modekarussell. Es dreht und dreht sich um sich selbst.

Modetechnisch haben wir uns alles angetan: Hüfthosen, bauchfreie Tops, Latzhosen, Maxiskirts, hohe Schuhe, flache Schuhe… Das eine stand uns gut, das andere, naja. Wir haben den Übergang von Hüfthose zu Highwaist, Bleistift-Augenbrauen zu Echthaarpinsel von Pamela Anderson zu Kim Kardashian erlebt. Was gestern noch voll knorke war, sorgt heute nur noch für LOLs. Trends ändern sich, der eigene Körperbau aber nicht. Nicht alles was, uns gerade als neuester Scheiß verkauft wird, passt zu unserer Figur. Breite Hüften und zarter Oberkörper? Oder breite Schultern und wenig Rundungen? Wir sind verschieden gebaut und passen eben auch unterschiedlich gut in unterschiedliche Klamotten. Da sollte man sich nicht verrückt machen, wenn die Hose reißt, das Oberteil schlabbert oder das Kleid unangenehm einschneidet, obwohl die Größe stimmt. Es liegt nicht an dir, es liegt an der Mode! Ansonsten hilft es auf jeden Fall seinen Körpertyp zu kennen und zu wissen, ob man bei einem bestimmten Schnitt besser gleich zu einer Größe kleiner oder größer greift.

 

Schmeiß deine Waage aus dem Fenster

Wir übernehmen keinerlei Haftung. Und ehrlich gesagt, einfach in die Tonne kloppen tut es auch. Niemand muss alle drei Tage wissen, wieviel er wiegt, außer vielleicht Profiboxer und Jockeys. Unser Körpergewicht kann durch umwelt- und zyklusbedingte Wassereinlagerungen bis zu mehrere Kilos schwanken, ohne, dass wir irgendwas dafürkönnten. Warum sich also stressen? Eben. Außerdem merkt man doch an der Lieblingshose, ob man zugenommen hat. Und vielleicht setzt man sich dann nicht auf Diät, sondern kauft sich ein neues Paar Jeans.

 

In diesem Sinne, habt euch lieb. Das ist voll in Ordnung.

 

 

 

 

Originally posted 2017-08-12 10:47:25.