Was hat sich die Menschheit nicht auf die Fifty Shades of Grey Romane gestürzt. Das literarische Niveau von Feuilletonisten nahezu verneinend und als Mommy Porn abgestempelt,wurden dennoch mehr als 100 Millionen Exemplare der Trilogie verkauft. Sex sells eben wie Hulle. Nicht nur beim Film und im Sperrbezirk, sondern auch in der Literatur. Und weil Literatur lediglich die Gesamtheit aller veröffentlichten Schriften meint, sind da eben auch die Shades of Grey Bücher inbegriffen – Niveau hin oder her.

Zweifelsohne bejaht wird das schriftstellerische Niveau bei Werken wie Walt Whitmans „Leaves of Grass“, Henry James` „The Portrait of a Lady“ oder auch Bret Easton Ellis` „American Psycho“, bei denen, im Gegensatz zu vorgenanntem Dreier (#Bildniveau#1), in erster Linie ein literarischer Höhepunkt zu erwarten ist. Schließlich waren diese Bücher auch nicht als explizit sexuelle Literatur gedacht und werden üblicherweise auch nicht als solche gelesen.

Oder doch? Das Projekt „Hysterical Literature“ des amerikanischen Künstlers Clayton Cubitt zumindest lässt da eine andere Lesart zu. In sogenannten Sessions werden Frauen, u.a. Margaret Cho, vor dunklem Hintergrund an einem Tisch platziert, an dem sitzend sie aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen.

Die Aussprache wird zunehmend undeutlich

Scheinbar von den Worten überwältigt, lesen sie sich Absatz für Absatz Richtung Höhepunkt. Sowohl zum literarischen als auch zum sexuellen, die selbstverständlich nicht deckungsgleich (#Bildniveau#2) sein müssen. Die Wahl der Le©ktüre (#Bildniveau#3) ist den Protagonistinnen überlassen. Nur lang genug, um daraus vorzulesen und von persönlicher Bedeutung sollen die Texte sein.

Während die Frauen lesen, werden sie von Cubitts unter dem Tisch positionierten Assistentin mit einem Vibrator stimuliert, was deren Vortrag sichtbar und hörbar beeinflusst. Solang es ihnen möglich ist, lesen keuschen sich die Lesenden durch ihre Lieblingsbücher.

Wen interessiert, wie die Werke ausgehen, möge selbst lesen. Denn bis zum Ende schafft es keine der Vorleserinnen. Zumindest nicht bis zum literarischen.

Originally posted 2015-11-07 11:08:34.