Der österreichische Dichter Ernst Ferstl sagte einst: „Jeder Mensch hat seine eigene Weltanschauung, aber nicht jede ist weltbewegend.“
Wir haben auch eine und präsentieren sie euch in unserer zyklisch erscheinenden Kolumne. 
Ganz schön vermessen, könnte man an dieser Stelle zu Recht anmerken. Aber so sind wir.

Für die heutige Kolumne konnten wir einen echten Lyriker verpflichten. Falls sich noch irgendjemand entgegen allen zeitgenössischen Neigungen für tatsächlich lesbare Lyrik interessiert, sei hiermit darauf hingewiesen, dass ebensolche in erstaunlichem Ausmaß derzeit von einem gewissen Gaston Latz selbst ausgedacht und meistens dann auch noch zur Verbreitung auf Papier gesaut wird.

Dieser besagte Gaston entstammt dem beschaulichen Saarbrücken, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr, veröffentlichte bereits in hochklassigen Printmedien wie der Titanic, sein erster Gedichtband heißt „Mythos Ficken“ und nun ist er bei SLEAZE gelandet, um dort gesellschaftliche Themen, Alltägliches und was ihm sonst noch einfällt in Reimform zu rezipieren.
Warum er das tut, erklärt er schlüssig: „Irgendwie muss man sein bohèmehaftes Faulenzertum schließlich ideologisch unterfüttern.

SLEAZE ihm seine Kolumne: Weltschmerz Zwosechzehn

Ach, was waren wir jung, ach was waren wir rein
Ach, wie himmelblau war doch der Himmel
Und jetzt sieh : nunmehr bin ich ein grindiges Schwein
Und jetzt sieh : du lutschst jedem den Pimmel

Es ist dies eine Welt, die beschmutzt und verdirbt
Korrumpiert und versaut und besudelt
Tja, und wer sich in ihr um ’nen Posten bewirbt
Wird immediately durchgenudelt

Deshalb sage ich dir : uns’re Zeit ist jetzt reif
Deshalb hör jetzt, wonach ich mich sehne:
Komm, wir gönnen uns hart, das hier ist doch k1 life
Komm, wir drücken uns H in die Vene

Das Titelbild verdanken wir dem Talent unserer Illustratorin Lana Petersen.

Originally posted 2016-08-18 17:56:16.