In Slutever besucht eine VICE-Reporterin das Atelier Sinthetics für real aussehende Sexpuppen. Und testet ihre männliche Sexpuppe auch gleich selbst.

„Und das ist unser Most Popular Dick,“ erklärt der Kerl im Grumpy-Cat-Shirt, und hält Karley Sciortino, VICE-Reporterin für die Reihe Slutever, einen unbeschnittenen Penis von mittlerer Größe hin. „Für all unsere Penisse standen reale Personen Modell.“
Sciortino berichtet aus dem Atelier der Firma Sinthetics, die lebensechte Sexpuppen herstellt und das Sortiment kürzlich auf männliche Sexpuppen erweiterte.

Matt Kriviche, stolzer Besitzer eines Katzenshirts, ist einer der beiden Inhaber von Sinthetics. Er und sein Team verbringen die meiste Zeit damit, die künstlichen Sexpartner und -partnerinnen zu formen, zu befüllen und zu bemalen – und mit Genitalien und sonstigen stimulierenden Funktionen auszustatten. Da gibt es vergleichsweise ‚banale‘ Individualitäten, wie unterschiedliche Haut-, Haar- und Augenfarben, Penisgrößen und Augenbrauenformen. Maniküren, Pediküren, Transgenderpuppen oder Wärmeoptionen. Der Option einer customized sexdoll haben Menschen aber auch Filmcharakter-Puppen und den Vajankle zu verdanken – einem Silikonfuß mit Vagina. Matt und seine Helfer füllen gerade eine Körperform, die in naher Zukunft als Sexpuppe in Aktion treten wird – als Testobjekt für Karley Sciortino.

Männliche Sexpuppen werden genauso geliebt wie weibliche

Die Diversität der Kundschaft sei es, die die Arbeit mit den Sexpuppen erst so richtig spaßig mache, erzählt Bronwen Keller im Gespräch mit VICE. Sie ist die zweite Inhaberin von Sinthetics und für alle Anfragen im Kundenservice verantwortlich. Den Verkauf von männlichen Sexdolls beschreibt sie dabei als Schritt in Richtung neuer sexueller Möglichkeiten – aber auch als Fortschritt im Sinne der Gleichberechtigung:

„Es gibt da diesen Mythos, dass Frauen mehr auf Persönlichkeit und innere Werte stehen und Männer auf das Visuelle, schöne Körper, Sex. (…) Dabei verkaufen wir genau so viele männliche wie weibliche Puppen.“

Der gruselige, alleinstehende Mann, der sich zuhause mit seiner vollbusigen Puppe vergnügt, mache keinesfalls den Großteil der Klientel aus. Auch viele Frauen überlegten sich ganz genau, wie ihr idealer künstlicher Sexpartner aussehen soll und investierten viel Zeit und Geld in seine Anschaffung. „Der Kerl-von-Nebenan-Look wird auf jeden Fall am meisten gefragt.“

Und auch Jessica Ryan, Pornodarstellerin und Besitzerin eines männlichen, lebensgroßen Sextoys erklärt, sie habe zwar viele Fuckbuddies, aber ihr neuer Kumpel biete ihr fast alles, was ein echtes Sexdate auch kann – und das ohne zwischenmenschliche Komplikationen. Mit ihrer Puppe sei das alles eben noch einfacher als auf Tinder.

Synthetische Penen im Praxistest

Dann kommt auch für Karley der große Moment der Enthüllung: Ihr Sexbuddy entsteigt wie ein Phönix aus seiner Silikonform und ist fast bettfertig. Gabriel soll der junge Mann heißen – wie der Erzengel und Botschafter Gottes. Karley freut sich auf den Sextest. Und auch Bronwen und Matt sehen sich in ihrem Job als Botschafter weiblicher Sexualität:

„Ich glaube, Frauen wurde lange beigebracht, ihre Sexualität sei nicht so wichtig und sei lediglich ein Beiwerk ihrer Zeugungsarbeit.“

Aber kann die männliche Sexpuppe auch mit einem echter Liebhaber mithalten? Wie echt fühlt sich der synthetische Sex an? Und welche Stellungen sind da eigentlich möglich? Im Praxistest (ja, Praxistest) für Slutever geht Sciortino diesen und anderen Fragen auf den Grund. Wie ihr Fazit ausfällt, seht ihr in der VICE-Reportage weiter unten.

Foto: Screenshot / VICE / Slutever

Foto: Screenshot / VICE / Slutever

Foto: Screenshot / VICE / Slutever

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