Vorlieben und Neigungen lassen sich einfach und schmerzlos durch Kleidung und Accessoires ausdrücken: Punker tragen meist eine Kombination aus Stiefeln mit grellen Haaren, Rocker eine Lederkluft und Katzenfrauen einen langen Mantel, in dem sie ihre Miezen transportieren, um jederzeit und ohne Vorwarnung mit besagten um sich werfen zu können.

Die Vermittlung von Passionen kann jedoch durchaus weiter und damit auf die Spitze getrieben werden. Für alle, die es einen Zacken schärfer mögen, gibt es den sogenannten Hanky Code. Oder: Taschentuch-Code.
Mithilfe dieses Codes lassen sich sexuelle Vorlieben und gewünschte Sexualpraktiken anzeigen. Benötigtes Equipment: eine Hosentasche und ein farbiges Tüchlein. Potenzielle (hihihi Potenz) Hindernisse: Farbblindheit und dunkle Orte.

Für alle von Euch, denen der Code vollkommen neu sein mag und die bei Hanky an Southpark denken müssen, hier eine kurze Einführung (hihihi Einführung) – man will ja schließlich wissen, was man (un)gewollt nach außen signalisiert.
Das Taschentuch oder der farbige Lumpen (hier lässt sich auf den ersten Blick das Hygienebewusstsein des Trägers grob einordnen) wird in einer der beiden Gesäßtaschen getragen. Hierbei ist es besonders wichtig, links und rechts genauestens unterscheiden zu können! Kleiner Tipp: links ist da, wo der Daumen rechts ist. Die beiden unterschiedlichen Seiten besitzen nämlich völlig gegensätzliche Bedeutungen. Das Tragen in der linken Hosentasche ist gleichbedeutend mit der Herzensseite. Der Träger signalisiert: Hier bin ich und ich alleine gebe den Ton an! Ich bin der Aktive, ich bin der Macher. Jemand hingegen, der das Taschentuch in der rechten Gesäßtasche beherbergt, würde sagen: Ok, ok mach du nur – ich bin der Passive. Dann gibt es natürlich noch eine Möglichkeit für Leute, die gerne mal von beiden Seiten naschen möchten oder einfach auf Grund der Tagesstimmung abweichen. Oder anders ausgedrückt: die Flexiblen. Sie tragen das Tuch ganz modisch um den Hals.
Der Hanky-Code wird vornehmlich von Homosexuellen verwendet, die gezielt auf der Pirsch nach Sexpartnern sind.
Halstücher werden jedoch schon seit ewig und drei Tagen getragen. Schon damals im wilden, wilden Westen (der bekanntlich gleich hinter Hamburg anfängt) trugen Cowboys (Platzierung 1 auf der „Was-ich-werden-will-wenn-ich-groß-bin“-Liste kleiner Jungs), Lokführer (Platzierung 2 auf jener besagten Liste) und Bergarbeiter (hat es nicht in die Top 10 geschafft, da die Tüchlein vermutlich zu schnell besudelt worden wären) farbige Halstücher. Mitte des 19. Jahrhunderts waren nach dem Goldrausch in San Francisco die Frauen knapp. Da Frauen zu jener Zeit hauptsächlich zum Kinderhüten und zum Square Dance nützlich waren und die Männer nicht darauf verzichten wollten, das Tanzbein zu schwingen, kam es, wie es kommen musste: Männer tanzten mit Männern. Um die Rollen jedoch auseinanderhalten zu können, kamen blaue Tücher für die männlich Rolle und rote Tücher für die weibliche Rolle zum Einsatz.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus der heute gängige Hanky-Code:

Hanky Code – wie man richtig Farbe bekennt

 

Originally posted 2014-02-05 17:27:45.