Transsexuelle Frauen entfachten in der iranischen Fußball-Nationalmannschaft jetzt einen handfesten Skandal. Die Frage ist: Ist das jetzt lustig, oder einfach nur zum Kopfschütteln?

Ein durchaus bekannter Skandal der letzten Jahrzehnte sucht die iranische Fussballnationalmannschaft der Frauen heim, denn in vier der Spielerinnen steckt nicht so viel Frau wie erwartet. Um ganz genau zu sein handelt es sich um waschechte Männer, die auf eine geschlechtsangleichende OP warten beziehungsweise deren Operationen noch nicht vollständig erfolgt ist. Also Transsexuelle oder auch Transgender.

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Wege aus der Todesstrafe: Transsexuelle unverhüllt

Aber wie konnte das nicht auffallen? Den iranischen Frauen wird zwar die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten auf internationaler Ebene erlaubt, jedoch dürfen sie nur stark verhüllt und unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen. Zu diesen Einschränkungen kommen jetzt auch regelmäßige unangekündigte Geschlechtsüberprüfungen. Die vier enttarnten Spielerinnen wurden vorerst gesperrt, können aber nach Abschluss aller Operationen vermutlich in die Mannschaft zurückkehren.

Das Thema der Geschlechtsumwandlung im Iran ist seit jeher umstritten, ist dieser Weg doch oft für Homosexuelle der einzige Weg – als Transsexuelle – einer Bestrafung oder gar dem Tod zu entrinnen. Im Gegensatz zur Homosexualität gilt die Transsexualität seit den 70er Jahren im Iran nämlich als „heilbare Krankheit“ und nicht als Kriminaltat.

Für Interessierte empfiehlt sich dieser sehr ausführliche Artikel der Zeit (Iran: Weltspitze bei Geschlechtsumwandlungen).

Originally posted 2014-02-12 16:38:58.