Wenn zu viel Hygiene wirklich krank macht, müsste Amou Hajis Immunsystem eine bakterienundurchlässige Zementwand sein. Mindestens. Denn der 80jährige Iraner hat sich, wie er behauptet, seit 60 Jahren nicht mehr gewaschen.

Weil er der festen Überzeugung ist, dass übertriebene Hygiene ([sic]) krank mache, hat er aufgehört, sich selbst mit Hygiene zu belästigen. Dass er wiederum andere mit seiner Nicht-Hygiene belästigt, ist unwahrscheinlich. Denn Amou Haji führt ein Leben in Isolation. Wie er der Tageszeitung Tehran Times berichtete, habe er nach Rückschlägen in seiner Jugend beschlossen, als Einsiedler zu leben. Und so, wie er dieses Leben gestaltet, wird daraus wohl auch kein Zweisiedler-Leben werden. Es sei denn, es fände sich jemand, die/der folgende (fiktive, erstunken & erlogene) Kontaktanzeige dufte fände:

„Weltrekordhalter im nicht-hygienischen Bereich sucht dich zum gemeinsamen Gammeln. Wenn du dich nicht nur für mein verdorbenes Fleisch, sondern auch für das anderer Lebewesen interessierst, lade ich Dich gern auf ein Ranzdinner in meinem Erdloch ein. Und wenn du dich, wie ich, eher für Kot denn für Nikotin interessierst, dann lass uns ein mit Tierexkrementen gestopftes Pfeifchen teilen, gemeinsam zum Himmel stinken und über Glück und den ganzen Dreck reden.“

Denn eines ist Amou Haji, der dreckigste Mann der Welt, definitiv: Glücklich. Und das, obwohl er nichts besitzt außer einer kleinen Ziegelbarracke und einem rostigen Öl-Kanister, aus dem er täglich fünf Liter Wasser trinkt. Womit er innerlich ganz sicher reiner sein dürfte als äußerlich. Einzig seine Haare pflegt der Einsiedler regelmäßig – indem er sich mit Feuer die Spitzen stutzt oder den Spliss wegbrennt. Der alte Hipster.

Originally posted 2014-02-27 14:00:14.