Am späten Abend des 25.08.2015 dachten sich zwei besorgte Bürger, es reicht nicht mehr, auf Facebook dumme Kommentare zu posten oder vor Flüchtlingsheimen gegen jegliche Menschlichkeit zu demonstrieren. Nein! Sie dachten, es wäre eine großartige Idee, mit einem Messer in ein Flüchtlingsheim in Parchim einzubrechen. Die Bewohner des Heims bemerkten die Einbrecher glücklicherweise schnell genug, konnten sich in Sicherheit bringen und den Wachdienst rufen.

Die Täter flüchteten zuerst, kamen dann aber zurück und beleidigten den Wachdienst. Diese zwei Helden wurden dann noch auf dem Hof des Heims von der Polizei festgenommen. Daraufhin fand man auch noch Feuerwerkskörper bei den Einbrechern.

Während der anschließenden Blutprobe hätten sie sich ausländerfeindlich geäußert, hieß es zusätzlich.  Ein Polizeisprecher sagte, die Täter im Alter von 29 und 31 Jahren stammten aus der Gegend. Der rechten Szene sollen sie nicht angehören.

Jetzt fragen wir uns, was genau hatten die beiden Herren vor? Angeblich sind sie nicht rechts. Nur eben besorgt. Wollten sie Kartoffeln schälen und nach der gemeinsamen Kartoffelmahlzeit die neugewonnenen Freundschaften mit ein paar Raketen feiern?

Wollten sie Küchenutensilien vorbeibringen? Man geht ja schließlich davon aus, dass die Flüchtlinge ihre Heimat nicht mit dem gesamten Hausrat verlassen haben.

Wenn das alles so weitergeht, dann wird es nicht mehr lange dauern, dass dieser rechte Terror wieder sein erstes Todesopfer fordert. Manche haben wohl schon die Bilder aus Mölln, Hoyerswerda und Rostock vergessen:

Bewaffnet in Flüchtlingsheim mölln anschlag

Vor 20 Jahren steckten Neonazis ein Haus in Mölln in Brand. Drei Menschen starben. © Helmut Schröder

Bewaffnet in Flüchtlingsheim solingen anschlag

Die Ruine des Hauses in der Solinger Innenstadt, in dem bei einem Brandanschlag fünf türkische Frauen und Kinder getötet sowie zwei weitere lebensgefährlich verletzt wurden

Bewaffnet in Flüchtlingsheim guben anschlag

Gedenktafel in Guben

Bewaffnet in Flüchtlingsheim eberswalde anschlag

In der Nacht zum 25. November 1990 hatten Rechtsradikale den afrikanischen Gastarbeiter Amadeu Antonio verfolgt und niedergeprügelt. Elf Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen.

Diese Liste könnten wir noch ewig weiterführen. Falls jetzt wieder jemand mit dem Argument (ha ha) kommt „aber linke Gewalt ist genauso schlimm…“, zeigt uns doch bitte die Todesopfer, die brennenden Häuser, die angepinkelten Kinder der Antifa.

Und ihr, die „nur“ etwas auf Facebook postet oder nur bei Pegida mitlauft. Ihr seid für solche Anschläge genauso verantwortlich. Ihr sorgt mit eurem Verhalten für ein Klima, in dem es tatsächlich ok ist, mit einem Messer in ein Flüchtlingsheim einzubrechen oder vor laufender Kamera ohne Scham den Lokalhitler raushängen zu lassen.

Widerliches Pack!

Originally posted 2015-08-26 15:10:30.