Bienen bestäuben nicht nur Blumen, produzieren Honig und sind mit Grashüpfern namens Flip befreundet. Die schwarz-gelben Geschöpfe lassen sich auch auf die Wahrnehmung bestimmter Substanzen trainieren und so zum Aufspüren von Drogen oder Sprengstoff einsetzen.

Dabei besitzen die Insekten einen immensen Vorteil : Während Hunde nach einer Viertelstunde eine Pause von der anstrengenden Suche brauchen, können Bienen zum Teil 48 Stunden lang zum Aufspüren von Substanzen verwendet werden. Außerdem sind ihre Einsatzgebiete vielfältig. Vermutlich können sogar Schmeißfliegen zur Erkennung von Gammelfleisch eingesetzt werden.
Aber damit nicht genug. Bienen besitzen etwas, das auch gegenüber Hunden unschlagbar ist: Einen enormen und leistungsstarken Geruchssinn. Die Fühler der gemeinen Honigbiene riechen die Blüten der Blumen auch noch in mehreren Kilometern Entfernung. Im Vergleich zu Hunden sind Bienen ihnen also eine Nasenlänge voraus.
Diese Eigenschaften sollen nun im Bereich der Drogenfahndung genutzt werden. Das Londoner Forschungsinstitut Inscentenial will sich die einmaligen Eigenschaften der Biene zu Nutze machen. Dazu ist es jedoch nötig, die Bienen auf bestimmte Gerüche zu trainieren – ähnlich der klassischen Konditionierung nach Pawlow. Da die Bienen regelrechte Blitzmerker sind, dauert das Erlernen nur wenige Minuten und tut auch gar nicht weh (hoffen wir zumindest). Die Bienen werden dazu zunächst mit einem Mini-Gurt festgeschnallt.
In Abständen von zehn Sekunden wird ein Luftgemisch mit dem Duftstoff auf den sie trainiert werden sollen (zum Beispiel den Sprengstoff TNT) über ihre Fühler geleitet. Im gleichen Moment wird ihnen eine Zuckerlösung als Nektarersatz vor die Zunge gehalten. Nach nur drei dieser Trainingseinheiten verbinden die Bienen den Geruch mit der Zuckerlösung und strecken die Zunge heraus, sobald sie den TNT Stoff riechen. So trainiert kommen die Bienen in eine, einem Tischstaubsauger ähnelnden Apparatur, namens Vasor. Dies ist vermutlich deshalb nötig, da Bienen schönes Wetter lieben und bei Kälte, Regen, Sturm oder in der Nacht unter keinen Umständen ausschwirren würden.
Im Vasor leitet ein kleines Röhrchen die Luft von außen direkt zu den Bienen. Eine Mini-Kamera mit einer Laserschranke beobachtet ihre Reaktion und gibt die Bewegung der Zunge an einen Computer weiter. Sobald die Biene ihre Zunge herausstreckt, zeigt der Computer die Meldung: TNT in der Luft.
Zu möglichen Einsatzgebieten könnten natürlich das Militär, Flughäfen und die Drogenfahndung zählen.

Offen bleiben da nur Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Tierschutzrichtlinien. Den Vorgang der Konditionierung der Bienen und die Umstände der Haltung in Boxen lassen sich natürlich ebenso anprangern.

Originally posted 2014-09-18 11:09:37.