Gesundheit, Schönheit, und letztlich eventuell auch ein Kindersegen: Die Vorteile von Sperma werden in den Punkt 12 und Brigitte-Medien dieser Welt seit Jahren ausgiebig diskutiert. Eine britische Erlebnis-Plattform hat sich diese ernsten Fragen des Lebens nun zu Herzen genommen und in einer medienwirksamen Pressemitteilung verkündet: Wir starten einen Spermakochkurs (Cockkurs!) – Cum in and Bring Your Own Semen (BYOS)!

BYOS Spermakochkurs: In der Grütze liegt die Würze!

Die Cooking with Semen Kurse sollen in London stattfinden und die kreativ anmutende Kochkunst des Spermas anhand vielversprechender Gerichte, etwa dem Schlong Island Ice Tea oder Jerk Chicken, demonstrieren. Mit dem Erreichen von rund 30 Einschreibungen verspricht der Veranstalter wortspiellastiges Kochen und ein spritziges Drei-Gänge-Menü mit eingegliederter Getränkeauswahl. Teilnehmer und Teilnehmerinnen brauchen dafür weder gastronomische Vorkenntnisse noch eigene Penen – um das in den Gerichten verwendete Ejakulat müssen sich aber trotzdem und irgendwie alle selbst kümmern (auf welchem Weg auch immer!).

Was die einen (uns!) zum unkontrollierten Kichern animiert, stößt anderen trotz delikatester Wortspielakrobatik übel auf. Sex-Expertin und Unterstützerin Alix Fox hat dafür Verständnis. Zumindest ein bisschen:

“While the idea of bringing cum into the kitchen will doubtless appall many people, some individuals find the idea of consuming such an intimate substance an incredible turn-on.”

Eier würden schließlich auch viele Menschen konsumieren, dabei handele es sich hierbei streng genommen um die Menstruation des Huhns. Das Verspeisen des eigenen Spermas oder eben des Spermas des Partners sei dann doch auch gar nicht mal so abwegig. Außerdem sieht Fox viele interessante Diskussionsansätze in der Einführung eines Spermakochkurses – schließlich ergeben sich im Umgang mit Spermien und Penen nach wie vor viele interessante Fragen, etwa: Ist das vegetarisch? oder Gibt es Sicherheitsrisiken? (Wir wissen es doch auch nicht!)

Ist Cooking with Semen nur heiße Luft?

Da schaltet sich auch Nelson Sivalingam, Gründer von Wonderush – alias der Organisationsgruppe von Cooking with Semen und zufällig auch Erlebnisplattform in der Crowdfundingphase – ein:

“I know some people will find this hard to swallow, but the idea of cooking with semen isn’t as farfetched as one might think. Wonderush is all about giving people unique classes and experiences, and although our usual classes are somewhat tamer, this should give people a taste of our sense of humour!”

Wonderush möchte sich demnach nicht (nur) als Vorläufer für Spermakochen etablieren, sondern als neue Kurs- und Erlebnisplattform Bekanntheit generieren. Ein Schelm, wer an der Seriosität des frivolen Kochkurses zweifelt! Im Gespräch mit SF Weekly erklärt Sivalingam, dass er privat nicht so gerne Sperma in seine Cornflakes unterrührt: Die Idee von Cooking with Semen sei doch aber insgesamt ein sehr lustiger Spaß. Ob der Echtheit des Angebots mag er zwar vorerst nichts sagen, bisher hat aber – so viel können wir euch dann doch verraten – kein Spermakochkurs in London stattgefunden. Jedenfalls keiner, zu dem wir eingeladen waren.

Das also war des Pudels Kern! Dabei hatten wir uns extra ein Exemplar von Natural Harvest, dem echten Spermakochbuch (!), besorgt.

Originally posted 2016-11-02 18:12:14.