„Hey Schnegge!“ oder ein Pfeifen an der Ampel. Manchmal auch subtiler „Könntest DU bitte Kaffee kochen?“ oder „Du kochst, ich bring das Bier.“ Sexismus im Alltag ist nichts, was irgendwelche „unrasierten Feministinnen“ überdramatisieren. Nein, er ist real. Genauso wie Belästigung und auch Missbrauch von Frauen in unserer ach so zivilisierten westlichen Welt.

Emma Sulkowicz war Opfer einer Vergewaltigung in ihrem eigenen Bett und hat die Schnauze voll von Bagatellisierung, Nicht-Beachtung und Vertuschung von sexueller Gewalt, körperlicher wie seelischer, gegenüber Frauen vor allem an sogenannten Eliteunis. Deswegen hat sie das Mahnmal ihrer eigenen Qualen, ihre Matratze, nun immer bei sich.

 

Aus Protest dagegen, dass der Mann, der Emma eine der unsäglichsten Gewalttaten gegenüber Frauen angetan hat, noch immer mit ihr auf einer Uni studiert und sich niemand daran zu reiben scheint, trägt die 21-Jährige den Ort des widerwärtigen Geschehens nun immer und überall mit sich herum.

Emma Sulkowicz studiert bildende Kunst an der Columbia University in New York und hat den Kampf gegen ihren Vergewaltiger zu ihrem Abschlussprojekt gemacht. Unter dem Titel „Mattress Project – Carry that weight“ schleppt Emma nicht nur das Gewicht im übertragenen Sinne, das laut der Studentin seit jenem Tag auf ihren Schultern lastet, sondern auch das reale Gewicht des Tatorts mit sich herum.

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Solange wie der Mann, den sie bereits im Mai anzeigte und der sich schon an weiteren Frauen vergangen haben soll, mit ihr auf einer Universität studieren darf, will Emma das Projekt fortführen.

Erst wenn der Täter mindestens der Columbia University verwiesen wurde, wird Emma das Projekt beenden. Sie selbst sagt: „Es kann morgen vorbei sein oder bis zu meinem Abschluss dauern. Doch solange ich mir mit IHM einen Hörsaal teilen muss, wird auch die Matratze dabei sein.“

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Fotos: YouTube

Originally posted 2014-09-10 17:48:48.