Ein politischer Furz sondergleichen entzündete sich in North Carolina Anfang diesen Jahres mit dem House Bill 2 (HB2). Dieses, in den USA auch als Bathroom-Bill bekannte Gesetz nämlich verbietet es Trans*Menschen, die Toilette ihrer Wahl zu nutzen. Stattdessen sind ihnen nur die öffentlichen Toiletten erlaubt, die dem in ihrer Geburtsurkunde genannten Geschlecht entsprechen.

Das Recht auf Selbstbestimmung geschlechtlicher Identität wird in North Carolina also nicht nur klein- sondern auch falsch geschrieben.

North Carolinas Toilettengesetz – Politik für `n Arsch

Bei ihrem Kampf gegen das HB2 erhielten Betroffene vielfach Unterstützung. So sagten unter anderem Bruce Springsteen und Pearl Jam ihre für North Carolina geplanten Konzerte ab. Auch von anderer Seite hagelte es Proteste: Dutzende Gouverneure anderer US-Bundesstaaten untersagten ihren Beamten und Angestellten Dienstreisen nach North Carolina, Hollywood stoppte kurzfristig fest eingeplante Filmprojekte, die Deutsche Bank legte Pläne zur Schaffung von 250 neuen Arbeitsplätzen im Bundesstaat auf Eis und der Online-Bezahldienst PayPal verwarf seine Baupläne für den dort geplanten Standort gleich komplett.

Deowerbung mit Transfrau – Diskriminierung PISS OFF

Nun setzte auch die US-amerikanische Werbebranche ein Statement gegen die diskriminierende Toilettenpolitik, bei der es für Betroffene nicht bloß um eine „Wahl-Kabine“ geht, sondern um das Recht auf Selbstbestimmung ihrer geschlechtlichen Identität – zu jeder Zeit und an jedem Ort: also auch auf jedem Örtchen.

Umgesetzt wurde besagtes Statement durch die Agentur Wieden + Kennedy, die für Procter & Gambles „Secret Deodorant“ einen 30sekündigen Werbespot konzipierte. Der Spot ist Teil der Stress-Test-Kampagne, die mit verschiedenen Clips für das Procter & Gamble Deo wirbt und sich dabei stest durch Infragestellen stinkend-stereotyper Geschlechternormen für dufte Gleichberechtigung einsetzt.

Im aktuellen Deo-Statement-Spot sieht sich nun Transfrau Dana auf einer Damentoilette ihrem persönlichen Stress-Test ausgesetzt.

Deowerbung mit TransfrauGerade als sie ihre Kabine verlassen will, betreten drei Frauen das Bad.

Deowerbung mit TransfrauWährend diese draußen vor dem Spiegel lachen, schwitzt Dana in der Kabine.

Deowerbung mit Transfrau

Deowerbung mit Transfrau

Deowerbung mit TransfrauAls sie sich schließlich dazu durchringt, herauszutreten, erntet sie Komplimente für ihr Kleid. „Dana findet den Mut zu zeigen, dass es keinen falschen Weg gibt, eine Frau zu sein“, lautet der Slogan.

Eine starke, inklusive Werbung für etwas, das selbstverständlich sein sollte. Möge aus dem Konjunktiv alsbald ein Indikativ werden. Zu jeder Zeit, an jedem Ort, auf jedem Örtchen.

Unser Vorschlag zu letzterem: Warum das WC nicht einfach als das ausschildern, was es ist – ein WC. Damit ist dann klar – es geht um die Sache, nicht um das Geschlecht.

https://youtu.be/Tjg-ZSk31rw

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Originally posted 2016-11-21 11:06:33.