Indien machte in letzter Zeit häufig negative Schlagzeilen, in Form von Misshandlungen und Vergewaltigungen. Missstände und Korruption bestehen jedoch schon lange. Eine Gang von Frauen kämpft zusammen gegen diese an  – mit Knüppeln und rosa Gewändern für die Gerechtigkeit.

Fällt das Wort Gang, hat man automatisch  die Begrifflichkeiten Verbrechen, New York und Feindschaft im Kopf. Im Falle der Gulabi Gang ist dies jedoch anders. Tausende von Frauen haben sich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh zusammengeschlossen, um für das Gute und den letzten Funken Gerechtigkeit zu kämpfen – man könnte von Robin Hood 2.0 sprechen.

Die Gulabi Gang – Retterinnen des Rechts

„Gulabi“ bedeutet rosa und soll das weibliche Wesen charakterisieren.  Dementsprechend tragen die Anhängerinnen pinkfarbene Gewänder, die Saris genannt werden. Von dem Aussehen der Frauen sollte man sich jedoch nicht blenden lassen – sie sind in der traditionellen Stockkampfkunst Lathi ausgebildet und mit eben diesen Bambusstöcken bewaffnet.
Anführerin dieses Zusammenschlusse ist die 56-jährige Sampat Pal Devi, die am eigenem Leib die sozialen Ungerechtigkeiten Indiens erfahren musste. Dies sind Missstände wie Kinderhochzeiten, Zwangsverheiratung, Vergewaltigungen und eine korrupte Polizei.
Zurückzuführen sind diese Ungerechtigkeiten auf die Unterdrückung der Frau in Indien. Weibliche Mitbürger besitzen einen niedrigeren Stellenwert, sie sind weniger wert als Männer, dürfen seltener eine Schule besuchen und werden oft Opfer von Misshandlungen.
Dagegen kämpft die Gulabi Gang an. Jedes Mitglied der Gang hat ihr eigenes Revier, in dem sie nach Hilfsbedürftigen Ausschau hält. Ist Hilfe erforderlich,  wird einfach die Gang zusammengetrommelt – ein  Fledermauszeichen am Nachthimmel ist somit nicht von Nöten.

Originally posted 2014-03-15 17:12:08.