Das größte Rätsel der Kriminalgeschichte, ein Puzzel der Kriminologie, das Polizei und selbsternannte Detektive für mehr als hundert Jahre beschäftigte, Handlung von unzähligen Büchern und Filmen wurde, soll nun angeblich gelöst worden sein.

 

Es gibt Fälle, die nie eindeutig aufgeklärt werden können. Existiert der Yeti wirklich oder ist diese Gestalt doch nur eine Verwechslung mit Reinhold Messner? Waren die Amerikaner im Jahre 1969 wirklich auf dem Mond? Wurden die Pyramiden mit Hilfe von Außerirdischen errichtet? Und helfen Cola und Salzstangen in der Tat bei Durchfall? Fragen über Fragen. Ein großes Rätsel der Geschichte soll nun angeblich aufgeklärt sein: Die Identität von Jack the Ripper.

Der britische Autor Russell Edwards hat nach eigenen Angaben den Serienmörder identifiziert. So sei der aus Polen eingewanderte Friseur Aaron Kosminski für die Verbrechen verantwortlich. Edwards schreibt dies in seinem Buch „Hunting Jack the Ripper“ und beruft sich dabei auf DNA-Spuren.

Jack the Ripper, oder zu Deutsch: Jack der Schlitzer, dürfte so ziemlich allen von uns ein Begriff sein. Zwischen August und November 1888 soll dieser Mann fünf Prostituierte im Londoner Stadtteil Whitechapel ermordet und auf grausamste Art verstümmelt haben. Seinen berüchtigten Namen erhielt er auf Grund eines Briefes, der während der Mordserie anonym an die Central News Agency geschrieben wurde. Der Verfasser des Briefes behauptete darin, dass er der Mörder sei und nannte sich eben selbst Jack the Ripper.

Die englische Polizei und Scotland Yard konnten die wirkliche Identität jedoch nie hundertprozentig klären. Zum illustren Kreis der Verdächtigen gehörten viele Leute. So wurden Angehörige des britischen Könighauses ebenso in Verbindung zu der Mordserie gebracht wie Politiker und einfache Arbeiter.
Kosminski war damals tatsächlich auch im Visier der Polizei. Er wurde Teil der Ermittlungen, da ein Augenzeuge ihn beim Umgang mit einer der später ermordeten Prostituierten gesehen haben will. Zu einer Anklage kam es jedoch nie, da der angesprochene Augenzeuge seine Aussage später revidierte. Zweifel an seiner Identität soll nun mit Hilfe eines DNA-Tests sicher beseitigt worden sein. Dabei wurde ihm, wie auch so manchen Männern nach ihm, Spermaspuren zum Verhängnis. Genauer gesagt konnten DNA-Spuren auf einem Schultertuch, das bei der Leiche der Gelegenheitsprostituierten Catherine Eddowes lag, sichergestellt werden.
Dieses Tuch erwarb der Autor Russell Edwards aus den Archiven von Scotland Yard. Er ließ DNA-Spuren nehmen und verglich sie mit dem Erbgut der weiblichen Nachfahren aller damals Tatverdächtigen. Unter den Nachfahren war auch eine direkte Verwandte von Kosminski. Ihre Blutprobe passte perfekt zu den entdeckten Spermaflecken auf dem Tuch. Edwards folgerte daraus, dass der Schal Kosminski gehörte, und nicht wie früher vermutet dem Opfer.

Edwards` Beweis wird in Fachkreisen jedoch angezweifelt. So gaben in der Vergangenheit schon eine Vielzahl von Autoren und Hobby-Sherlock-Holmes‘ an, die wahre Identität des berüchtigten Mörders geklärt zu haben. Die DNA-Spuren müssten laut Genetikern einem zweiten Test standhalten, bevor eine sichere Aussage zur Identität des Mörders abgegeben werden könne.

Somit bleibt noch immer genügend Stoff für Spekulationen und Vermutungen erhalten. Und ganz ehrlich: Die meisten Themen leben genau von diesem gewissen Grad an Rätselhaftigkeit. Besonders die ungeklärten Sachverhalte machen ein Mysterium und die Faszination für dieses aus und bieten Raum für Fantasien und abstruse Theorien.

Originally posted 2014-09-11 10:14:11.