Ein Großteil der Rätsel wird vielleicht für immer ungelöst bleiben. Wissenschaftler sind jedoch ständig auf der Suche, den Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Moderne wissenschaftliche Methoden und technologische Fortschritte sind bei der Lösungsfindung von großem Vorteil. Dabei steht besonders die Entstehung des Lebens und des Universums, und alle Fragen die damit einhergehen, im Fokus der Wissenschaft. Die Menschheit kennt jedoch noch nicht einmal annähernd alle Antworten, zumal sich aus vermeintlichen Lösungen neue Frage ergeben. Hinzu kommt, dass es noch eine Vielzahl an Rätseln gibt, die der Mensch zurzeit nicht zu lösen vermag – sowohl alltägliche und scheinbar banale, als auch hochkomplizierte Sachverhalte.

Es folgen fünf Rätsel, deren Lösungen bisher nicht gefunden werden konnten.

Dunkle Energie

Mit dem Begriff der Dunklen Energie verbinden die meisten von uns Darth Vader und die dunkle Seite der Macht. Entdeckt wurde diese Energie als Astronomen begannen, die Ausdehnung des Universums zu vermessen. Bei der Vermessung ging es vordergründig darum herauszufinden, mit welcher Geschwindigkeit das Universum expandiert und ob dies mit einer konstanten Geschwindigkeit geschähe. Physiker waren der Annahme, dass sich die Ausdehnung verlangsame, die Messungen zeigten jedoch das genaue Gegenteil. Hier kommt die Dunkle Energie ins Spiel. Was genau für die Beschleunigung der Ausdehnung verantwortlich ist, kann man nicht wirklich beschreiben, sondern nur mit dem Begriff Dunkle Energie benennen. Die Existenz dieser Energie konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden – es muss sie aber geben. Die Dunkle Energie scheint den Großeil des Universums auszumachen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Universum aus 72 Prozent Dunkler Energie, 23 Prozent Dunkler Materie und nur 4,6 Prozent aus der uns bekannten Materie besteht. 95 Prozent des Universums stellen für uns demnach also noch ein ziemliches Rätsel dar.

Wirbelrohr

Rätselhafte Phänomene gibt es auch abseits des Universums. Das sogenannte Wirbelrohr gleicht in der Form einem T. Die beiden Enden, rechts und links des senkrechten Strichs, sind jedoch nicht gleich lang. Den Querbalken bildet ein Rohr, der senkrechte Strich ist ein Schlauch. Leitet man nun mit großem Druck ein Gas (beispielsweise Luft) durch den Schlauch in das Wirbelrohr, so geschieht etwas Verblüffendes: An der einen Seite des Rohrs tritt das entsprechende Gas kalt und an der anderen Seite warm heraus. Forscher haben für dieses Phänomen bislang keine Begründung gefunden. Es ist lediglich bekannt, dass das Gas verwirbelt wird und so ein äußerer und ein innerer Strom innerhalb des Rohrs entsteht.

Mpemba-Effekt

Benannt wurde dieser Effekt nach Erasto Mpemba aus Tansania. Er kam dem Rätsel bei der Herstellung von Eiscreme auf die Spur. Die Erläuterung des Versuchs ist äußerst simpel, die Erklärung hingegen nicht. Um den Mpemba-Effekt nachstellen zu können, benötigt man lediglich zwei Gläser mit der exakt gleichen Menge an Wasser. In dem einem Glas befindet sich heißes Wasser, das andere Glas wird mit kaltem Wasser gefüllt. Beide Gläser werden in einen Gefrierschrank gestellt. Der gesunde Menschenverstand würde uns sagen, dass das kalte Wasser zuerst gefriert. Die Praxis zeigt allerdings, dass das heiße Wasser schneller gefriert. Eine Lösung für diesen Sachverhalt gibt es bisher nicht, vermutlich wird auch nicht mit Nachdruck daran gearbeitet – die Lösung würde auch nicht gerade zur Verbesserung der Welt beitragen.

Das Ende des Universums

Mit dem Untergang der Welt haben die wenigsten von uns etwas zu tun, getreu dem Motto: Nach mir die Sintflut. Wissenschaftler sind sich einig, dass es in ferner Zukunft zu Ende gehen wird mit dem Universum. Wie dieser Untergang jedoch ablaufen wird, darüber streiten sich die Gelehrten. Die Verfechter der Big-Crunch-Theorie gehen davon aus, dass die Expansion des Universums irgendwann ein Ende hat und danach die gesamte Materie in sich zusammenfällt. Die Big-Rip-Theorie besagt, dass sich die Expansion des Universums immer weiter beschleunigt, bis sie einen Punkt erreicht, an dem alle Materie auseinandergerissen wird. Die Befürworter der Big-Whimper-Theorie vertreten die Ansicht, dass sich die Ausdehnung des Universums für immer fortsetzen wird. Dann geht allen Sternen irgendwann der Brennstoff aus und sie verlöschen. Das Universum wird in ewige Dunkelheit getaucht. Schließlich wird durch quantenphysikalische Effekte sogar die Materie verschwinden und außer ein paar Elementarteilchen wird nur noch die große Leere herrschen.
Eine Sache haben aber alle drei Theorien gemeinsam: Sie beschreiben nicht gerade ein schönes Ende.

Das Innere der Erde

Nicht nur die Weiten des Weltalls geben den Forschern Rätsel auf, auch unsere Erde ist noch längst nicht komplett erforscht. Besonders die Vorgänge im Erdinneren sind nicht eindeutig definierbar. Die exakte Temperatur des Erdkerns beispielsweise lässt sich nicht bestimmen, man kann diese nur schätzen. Auch gibt es anderen Fragen in diesem Zusammenhang: Wann bildete sich der Erdkern eigentlich? Finden zwischen Erdkern und Mantel chemische Prozesse statt? Im äußeren Erdkern wird ständig Metall umgewälzt, dadurch entsteht das Magnetfeld der Erde. Aber warum und wie geht diese Umwälzung vor sich? Diese Fragen werden wohl nie wirklich komplett gelöst. Ein Aufbohren der Erde ist schließlich nicht möglich.

Originally posted 2014-08-15 17:25:04.