Bei der Frage nach einem Ort, an dem Homo-Ehen schon normal war, bevor der Supreme Court dies entschied, wäre die Topantwort beim Familien-Duell wohl nicht zwingend Google gewesen. In diesem Fall läge mangelnde Kenntnis des US-Konzerns als gayfreundliches Unternehmen aber weniger an der „teuflischen Kombination aus Zeitdruck und komplettem Unvermögen der Kandidaten“.

Von (und dank) Google ist zwar einiges bekannt – nur eben nicht unbedingt dessen Unternehmensgrundsätze. Was für Google und dessen selbstverständliche Wahrnehmung nicht-heterosexueller Menschen spricht, die bei Zugehörigkeit zum Unternehmen  genauso behandelt werden wie Heterosexuelle. Und also auch Zugriff auf dieselben konzerneigenen Fürsorgeleistungen haben. Und zwar seit Jahren schon. Fast so, als hätte der Konzern gleich schon so ein Gefühl dafür gehabt, dass es sich auch bei Nicht-Heterosexuellen um gleichwertige Menschen handeln könnte. Für die natürlich auch die gleichen Richtlinien und Grundsätze gelten sollten.

High-Tech High Five!

Klar ist Google nicht das einzige Unternehmen, das schon gayfreundlich war, bevor Homo-Ehen vom Supreme Court für zulässig erklärt wurden. Und trotzdem durch das Urteil auch Homosexualität quasi höchstrichterlich als normal geadelt wurde, wird es wohl dauern, bis auch die letzten Unternehmen nicht mehr zwischen Heterosexuellen und Nicht-Heterosexuellen unterscheiden.

Im Bericht der Human Rights Campaign kann man sich einen Überblick verschaffen, wie viel noch zu tun ist. Jährlich analysiert die Organisation die Gleichberechtigung nicht-heterosexueller Mitarbeitender von US-Firmen. Auch wir haben da mal was vorbereitet. Zwar nicht ganz so High-Tech wie Google und Co, aber mit unseren Excel-lenten Skills doch schon nah dran. Vielleicht auch nicht. Die Übersicht über gayfreundliche Unternehmen und die anderen gibt es trotzdem.

Manche fürchten wohl noch immer, dass Diskriminierung zur Mangelware werden könnte, wenn Nicht-Heterosexualität als Benachteiligungsgrund wegrationalisiert [sic!] wird. Dabei ist genug Diskriminierung für alle da – notfalls einfach mal Mehrheiten diskriminieren. Davon gibt es ja zur Genüge.

Originally posted 2015-07-03 10:55:55.