Menschen vergleichen gern. Sich mit anderen – und noch lieber umgekehrt. Was auch immer sich für Vergleiche anbietet (ugs.: Unterschiede) wird gegenübergestellt. Schlecht sind Vergleiche per se nicht. Zeigen sie doch auf, wo es vielleicht noch ha(c)kt und Missstände abzubauen gilt.

Mindestanforderung an sinnvolle Gegenüberstellungen ist jedoch die, dass Gleiches mit gleichem verglichen wird. Besonders häufig vernachlässigt wird diese Grundregel bei Hartz IV-Vergleichen,  die keineswegs immer nur von Betroffenen selbst angestrengt werden.

Hartz IV versus Asyl: Das wird ja wohl noch erlaubt sein

Genug selbst autorisierte Rädelsführer, die aufzeigen, was bei ALG-II-Empfängern nicht alles besser laufen könnte oder doch aber bitte wenigstens genauso fantastisch wie bei anderen. Wie bei Asylbewerbern beispielsweise. Bei denen läuft es ja, wie man weiß, meist spitze. Alles wird ihnen hinterher geräumt, sie bewohnen Edelbuden in sanierten Luxusvierteln und schlemmen sich durch alles, was die Haute Cuisine hergibt. Müssen, weil sie alles haben oder bekommen, nicht arbeiten gehen. Und wenn sie es doch tun, dann nur aus Boshaftigkeit, um Inländern unterbezahlte Drecksjobs wegzunehmen, die sich diese gar nicht mehr anbieten lassen. Weil der Klügere ja nachgibt. Stattdessen sitzt er, der Klügere, in seinem kargen Bretterverschlag und kratzt, denn das wird ja wohl noch erlaubt sein, im Funzellicht seines Hirns Reiches beeindruckende Erhebungen an 2.0-er Höhlenwände.

Der Polizeihundvergleich: warum da noch niemand drauf kam?!

Hartz-IV-Vergleich

So wie jenes Rudiment, das den Leistungsvergleich zwischen Hartz IV-Empfängern und Asylbewerbern um die in diesem Zusammenhang bisher wenig beachtete Komponente Polizeihund erweitert.

Nicht ganz klar, aus welcher Quelle diese Zahlen stammen oder welchen mathematischen Moves es bedarf, zu solch Ergebnissen zu kommen. Wenig kreativ stützen wir uns einfach mal auf die offiziellen Quellen: also die im Sozialgesetzbuch und dem Asylbewerberleistungsgesetz festgeschriebenen Leistungen.

Danach wird alleinstehenden ALG-II-Empfängern (ugs.: Hartz IV-Empfängern) aktuell ein Regelsatz von 399 Euro zuerkannt, wovon für Nahrung und alkoholfreie Getränke ein Bedarf von 141,65 Euro angenommen wird.

Ein krasser Divisions-Move (Mathematik und so) ergibt hier also einen anerkannten Tagesbedarf von 4,72 Euro.

Alleinstehenden Asylbewerbern wird ein Regelbedarf von 359 Euro zuerkannt. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wird hier aktuell ein Bedarf von 141,85 Euro zugrunde gelegt. Mit 4,73 Euro täglich dahingehend tatsächlich etwas mehr als die gegenübergestellte Hartz IV-Position.

Hartz-IV-Vergleich regelsatz 2015 Grafik

Sonst interessiert doch auch nur das NETTO

Von „erhalten“ kann aber keine Rede sein. Denn im Gegensatz zur besagten Hartz IV-Leistung, die den Empfängern ausgezahlt wird, ist der notwendige Ernährungsbedarf bei Unterbringung nach dem Asylverfahrensgesetz durch Sachleistungen gedeckt – wird also nicht ausgezahlt. Oder anders: Wumpe, was auf m Zettel steht, wichtig ist, was es auf die Hand gibt!

Was vergessen? Ach ja: die Polizeihunde (WTF?!). Von Alter und Familienstand unabhängig erfolgt hier entsprechende Berechnung „pro Hund“. Von der erwähnten Verköstigungsentschädigung in Höhe von 6,90 Euro ist uns nichts bekannt. Wohl aber, dass Diensthundführenden in NRW monatlich 85,00 Euro pro Hund für Unterkunft und Futter (also 2,83 Euro pro Tag) zuerkannt wird. Und auch die Richtlinie für das Diensthundwesen in Hessen und die niedersächsische Rechtsprechung sehen ähnliche Kosten vor.

Anschlussfragen?

Um nochmal zur vielgeteilten und oftgeliketen Facebook-Grafik zurückzukommen: Gibt es Anschlussfragen? Oder noch mehr falsche Zahlen, zu denen wir gern auch ungefragt Stellung nehmen würden?

Originally posted 2015-06-23 11:15:49.