Sekten gibt es weltweit so einige. So unterschiedlich sie in ihren Ausrichtungen und Glauben sind, zielen sie meist doch auf die gleichen menschlichen Sehnsüchte und Bedürfnisse ab: das Streben nach Glück, Sicherheit und Wohlstand. Damit gehen oft totale Abhängigkeit und finanzieller Ruin einher.
Wir haben für Euch eine kleine aber feine Zusammenstellung der skurrilsten  Sekten vorgenommen.

 

Charles Manson Family

Sekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener AbsurditätDie Charles Manson Family oder kurz: The Family war anfangs eine friedliche Hippiekommune in Südkalifornien, entwickelte aber verstörende Ausmaße. Gründer war der vornehmlich junge, rothaarige frauenbevorzugende Charles Manson, der während der Hippiebewegung eine Schar an eben jenen Frauen um sich versammeln konnte. Manson war stets um ein Wachstum seiner Gemeinschaft bemüht. So befahl er seinen Anhängerinnen, ihm, als Form eines Liebesbeweises, noch hübschere und jüngere Frauen zuzuführen. Da konnte wohl jemand den Hals nicht voll genug bekommen.
Doch damit nicht genug. Die Gemeinschaft experimentierte mit Drogen jeglicher Art. Scheinbar hatten die Anwerbungsversucher seiner Jüngerinnen Erfolg. Damit auch alle einen Plätzchen für Gruppenausflüge bekamen, wurde ein Schulbus gekauft, dieser schwarz angemalt und ab ging es durch die westlichen USA, um neue Mitglieder zu finden.
Charles Manson war schwer angetan von nazistischen Elementen und Inhalten der Scientology-Ideologie. Diese verstrickte er  mit eigenem obskurem Gedankengut. Das Resultat waren zahlreiche Morde und Überfälle, bis hin zur Verhaftung der kompletten Manson Family.

 

Sekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener AbsurditätSonnenorden – Aequatoriale Siedlungsgemeinschaft

Der deutsche Apothekenhelferlehrling August Engelhardt (1875-1919) ging im Jahre 1902 mit einem Rucksack voller Visionen, gemischt mit einer Prise Absurdität, nach Papua-Neuguinea. Dort erwarb er  auf der Insel Kabakon eine Kokosplantage. Was liegt da näher, als flugs die Kokosnuss zum Grundnahrungsmittel zu machen? Zusätzlich entwickelte Engelhardt eine naturverbundene Lebensführung. Dazu zählten eine vegetarische Ernährung und keine Kleidung. Diese Lebensführung ausbauend und der sich ständigen Sonne aussetzend, entwickelte er eine religiöse Philosophie. Das Fundament dieser waren – wie sollte es auch anders sein – die Verehrung der Kokosnuss und der Sonne.
Nach Engelhardt sei die Sonne das „verehrungswürdigste Quell allen Lebens“ und die Kokosnuss „die Frucht, die der Sonne am nächsten wächst und darum die vollkommenste Nahrung des Menschen“ sei. Diese Anbetung geht sogar soweit, dass er behauptete, der Verzehr von Kokosnüssen führe zu einem gottähnlichen Zustand der Unsterblichkeit.
Zu seinen Hochzeiten hatte die Sekte etwa fünf Mitglieder. Die doch recht einseitige Ernährung führte zu erheblichen gesundheitlichen Problemen und letztendlich zu einem Ende der Sekte.

 

Stanniolkugelsekte

Sekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener AbsurditätDer Begriff „Stanniol“ wird den meisten wohl unter der Bezeichnung Aluminiumfolie geläufig sein. Die Stanniolkugelsekte wurde von Bruno Gröning (1906-1959) ins Leben gerufen. Die Ausrichtung dieser Glaubensgemeinschaft ist simpel erklärt: Getreu des Namens aßen die Jünger Stanniolkugeln. Da das Vertilgen reiner Aluminiumkugeln langweilig wäre und vermutlich nicht allzu köstlich, wurden diese mit Haaren, Blut und Fußnägeln Grönings gefüllt. Der gute Bruno war nämlich nicht irgendwer – er betitelte sich selbst als Wunderheiler, der vermutlich auch Blinde sehen und Lahme gehen lasse konnte.
Zumindest muss Herr Gröning recht gut darin gewesen sein, Menschen von der Heilwirkung der Stanniolkugel samt seines persönliches Inhaltes zu überzeugen – tausende Menschen gehörten dieser äußerst skurrilen Sekte an.

 

BaumkultSekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener Absurdität

Der Baumkult ist keine wirkliche Sekte, es ist mehr eine religiöse sektenhafte Glaubensrichtung – skurril aber allemal.
Wie der Name es schon vermuten lässt, ist der Baum der Dreh- und Angelpunkt dieser Religion. Die Baumkultler sind der Auffassung, dass der Baum die Grundlage und zugleich das Ziel jeglichen Handelns und Tuns sein sollte. Dabei sei es egal, welche Art von Baum – getreu des Mottos: Egal ob blond oder braun, ich liebe jeden Baum.
Bäume werden von den Anhängern dieser Glaubensgemeinschaft gottgleich behandelt. Die Ausrichtung der Baumkultler ist sehr präzise: Mache nur das, was auch Bäume machen.  Dumm im Weg rum stehen, sich von Hunden anpinkeln und von Blitzen treffen lassen, sind somit vermutlich für Baumkultler ganz alltägliche Dinge.

 

Bhagwan-Sekte

Sekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener AbsurditätDer Begründer dieser Sekte war sehr einfallsreich und vermutlich etwas selbstverliebt. So kam es, dass er die Sekte nach sich benannte. Bhagwan Shree Rajneesh ist eigentlich Inder. Im Jahr 1981 jedoch zog der Anführer mit seinen Mitgliedern nach Amerika, genauer gesagt nach Oregon, um. Dort bewohnte die Bhagwan-Sekte eine kleine Farm und wuchs rasch auf 4000 Mitglieder an. Mit dieser großen Mitgliederanzahl im Rücken plante die Sekte die Machtübernahme des Bezirks Waco Country – vermutlich nur die erste und kleinere Etappe, auf dem Weg zur Übernahme der Weltherrschaft.
Da kam es gerade recht, dass Wahlen anstanden. Dumm nur, dass die Mitglieder keine US-Bürger und somit nicht wahlberechtigt waren. Ein Grund, aber kein Hindernis, sagte sich Bhagwan Shree Rajneesh und züchtete eben mal so, Salmonellenerreger in seinem Hobbykeller. Diese wurden anschließend in Salatbars der Stadt verteilt, mit der Absicht, die Bürger an ihrer Stimmabgabe zu hindern. Das Resultat: 750 Salmonellenerkrankungen, jedoch keine Machtübernahme durch die Bhagwan-Sekte.

 

Heaven’s GateSekten – ein schmaler Grat zwischen innovativen Ansätzen und vollkommener Absurdität

Die Glaubensgruppe Heaven´s Gate wurde in den 70er-Jahren in den USA von Marshall Appelwhite und Bonnie Nettles gegründet.
Die Mitglieder dieser Sekte lebten ohne privaten Besitz und Privatsphäre. Sie teilten alles gemeinschaftlich und bestritten ein Leben voller Enthaltsamkeit.
Die religiöse Ausrichtung war durch einen Glauben an Ufos und einer damit verbundenen Reinigung und Erneuerung der Erde geprägt.
1997 erschien der Komet Hale-Bopp am Firmament. Für Appelwhite war dies ein Zeichen, er glaubte, dass sich hinter dem Kometen ein außerirdisches Raumschiff befände, und dieses den Menschen helfen würde, einer Apokalypse zu entkommen. Daraufhin befahl er den kollektiven Selbstmord seiner Gruppenmitglieder, als Ausweg, um ihre Seelen auf eine Reise mit dem Raumschiff zu schicken.

Originally posted 2014-03-06 15:00:39.