In Skandinavien, so sagt man, sei vieles anders und meist auch besser. Ob es das Schulsystem, öffentliche Verkehrsmittel, Gesundheitsversorgung und generell ein hoher Lebensstandard ist, jenseits des Baltischen Meeres ist scheinbar alles ziemlich super.

Ob dem wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen, und was auch immer es ist, die Skandinavier scheinen jedenfalls ein sehr symphatisches Völkchen zu sein, zumindest wenn man in Betracht zieht, was sie so tun. Zugegeben, wenn es um pelzige Antarktisbewohner und „schlagen“ geht, denkt man in der Regel an unsympathischere Tätigkeiten.
Doch hier ist die Rede vom Pinguin, der zum Ritter geschlagen wurde.

Gestatten, Sir Nils Olav II.

„Seit den 1970er Jahren hegt die norwegische Garde […] eine besondere Beziehung zu den Pinguinen von Edinburgh“, ist ein wunderschöner Satz. Was das genau bedeutet, ist aber noch viel schöner.

Die königliche Garde Norwegens nimmt regelmäßig am größten Musikfestival Schottlands teil. Das Edinburgh Military Tattoo (tattoo bedeutet in diesem Zusammenhang Zapfenstreich) ist ganz der Militärmusik gewidmet, weshalb auch die Norweger mit ihrer Marschkapelle hin und wieder dort auflaufen.

Dabei haben sie sich wohl mit den Pinguinen des Edinburgher Zoos angefreundet und in den 70ern ein kleines Kerlchen namens Nils Olav zum Ehrenmitglied ernannt, der im Laufe der Jahre bis zum Rang des Oberst aufstieg. Nach seinem Tod trat sein gleichnamiger Nachfahre die ritterliche Nachfolge an. Er wurde im Jahre 2008 vom norwegischen König Harald V. zum Ritter Sir Nils Olav II. geschlagen.

Sir Nils Olav Ritter Norwegen Foto Mark Owens

Sir Nils Olav inspiziert die Garde – Foto: Mark Owens

„Nils erkennt die norwegischen Wachen jedes Mal, wenn sie ihn besuchen“, sagt Zoo-Mitarbeiter Darren McGarry. „Er liebt die Aufmerksamkeit und lässt sich immer Zeit bei der Inspektion der Truppen.“
Bei jedem Besuch erhält Sir Nils Olav II. eine Beförderung zum nächsthöchsten Rang.

Originally posted 2016-02-26 13:06:30.