… passiver Cannabiskonsum macht auch high.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Johns Hopkins University School of Medicine enthüllt, was sich viele bereits dachten:
Viele Menschen werden ungewollt zu Passivrauchern, aber gerade in Großstädten ist es keine Seltenheit, dass auch passiv gekifft wird. Gerade in Clubs und Konzertsälen sieht man sich häufig von einer dicken Rauchwolke umhüllt.

Im Gegensatz zu Cannabis ist Tabak aber nicht illegal. Auch wenn nachweislich durch Passivrauchen die gleichen Schäden (durch Verbrennungsstoffe, Teer u.a.) wie beim aktiven Rauchen enstehen können, bleiben bei der Zigarette keine Abbauprodukte im Blut, die sich bei einem Drogentest am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr negativ auswirken könnten.

Muss man sich nun Sorgen machen, nach einem Parkspaziergang die Fahrerlaubnis entzogen zu bekommen, weil man durch eine Wolke verbrannten Marihuanas geschlendert ist?

Besteht Gefahr durch Passivkiffen?

Die Antwort lautet definitiv Nein!

Evan S. Herrmann, Hauptverantwortlicher für die Studie, sagt dazu:

The scenario we looked at was almost a worst-case scenario. It could happen in the real world, but it couldn’t happen to someone without him or her being aware of it.

Der Versuchsaufbau sah wie folgt aus.

Es wurden sieben Personen zwischen 18 und 45 ausgewählt, die angaben mindestens zweimal die Woche Cannabis zu konsumieren (im Folgenden Raucher genannt) und zwölf im gleichen Altersspektrum, die innerhalb des letzten halben Jahres keinen Kontakt zu Cannabisprodukten hatten (im Folgenden Nichtraucher).
Nun wurden jeweils sechs der Raucher mit sechs Nichtrauchern für eine Stunde in einen etwa 12 Quadratmeter großen Raum gesetzt, jeder Raucher erhielt zehn Joints mit hoch potentem Cannabis, wobei die Belüftung bei der einen Sitzung an- und bei der anderen ausgeschaltet wurden. Die Lüfter ahmten eine handelsübliche amerikanische Klimaanlage nach.

Im Anschluss wurden Blut, Urin, Speichel und Haare aller Probanden getestet.

Das Ergebnis der Raucher ist wenig überraschend, aber auch bei vier der sechs Nichtraucher wurde unmittelbar nach Ende der Sitzung THC (Tetrohydrocannabinol) im Blut und nach einigen Stunden Abbauprodukte im Urin nachgewiesen.
The behavioral and cognitive effects were minor and consistent with a mild cannabis effect,” erklärt Dr. Herrmann.

Dies war allerdings nur bei der Testgruppe im unbelüfteten Raum der Fall.

Keiner der Nichtraucher in dem belüfteten Raum wurde positiv auf THC oder Abbauprodukte getestet. Sie fühlten keinen Effekt außer Hunger, was aber eher daran lag, dass sie ohne Essen einige Stunden lang in einem rauchgefüllten Raum saßen.

Für manche ist das alles nichts Neues.

Und was hat die Studie jetzt mit der deutschen Drogenpolitik zu tun?

Dennoch liefert die Studie einige wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die Schwellengrenze und Empfindlichkeit von Drogentests – gerade im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz.

In den USA, wo Cannabis bereits in mehreren Bundesstaaten (teilweise) legalisiert wurde, haben diese Ergebnisse unmittelbaren praktischen Wert , doch auch bei uns könnte es in naher Zukunft entscheidend werden, angemessen auf eine geänderte Drogenpolitik reagieren zu können.
Die Änderung strebt zumindest auch seit kurzem die CDU überraschend an.

Originally posted 2015-05-20 16:53:11.