Das Leben eines Wissenschaftlers der Psychologie ist geprägt von Forschungen und dem Studieren von diversen Phänomenen des Alltags. Manche dieser Studien sind so sinnfrei und bekloppt, dass man sich fragt, wer diesen Quatsch finanziert? Hier eine kleine Auswahl an hochinteressanten Erkenntnissen:


Stadtmenschen immer schneller zu Fuß

Danke an Richard Wiseman, der uns die bahnbrechende Erkenntnis liefert: Wir leben immer schneller. Nicht nur im übertragenen Sinne, nein, wir wuseln heute auch zehn Prozent schneller durch die Straßen der verschiedensten Städte als dies noch 1994 der Fall war. Wobei es eher überraschend ist, dass wir außerhalb der Wohnung überhaupt noch „laufen“. Im Zeitalter von Hartz IV, World of Warcraft und Amazon, die seit neustem auch Lebensmittel liefern, ist die nächste Studie schon vorprogrammiert, die belegt, wie träge wir geworden sind. Besonders gehetzt sind die Leute übrigens in Singapur.

Sperma, das natürliche Antidepressiva?

samen schräge Studien aus der Psychologie

Eine Studie, die eigentlich nur von einem Mann kommen kann – oder von der katholischen Kirche: Forschungen haben ergeben, dass Sperma Frauen glücklich macht. In einer Versuchsreihe waren Frauen, die beim Sex nie Kondome benutzten, weit weniger depressiv als Frauen, die es immer nur mit Gummi taten. Pikantes Detail: Laut der Studie waren diese Frauen sogar depressiver als die die in dem Versuchszeitraum überhaupt keinen Sex hatten. Damit ist eindrucksvoll belegt, dass Sex mit Gummi ein „Spaßkiller“ ist – wohlgemerkt für die Frau. Wobei zu bedenken ist, dass einem eine Schwangerschaft, HIV oder eine sonstige Krankheit auch ordentlich die Laune vermiesen kann!

Gesichtszüge gleichen sich in Partnerschaften an

Der Effekt war bislang nur bei Hunden und ihren jeweiligen Herrchen und Frauchen bekannt: je mehr Jahre man zusammen verbringt, um so ähnlicher sehen sich die Gesichter von Mensch und Tier. Dieser verblüffende Effekt tritt auch in rein menschlichen Beziehungen in Erscheinung. Je länger also zwei Menschen ein Paar sind, desto ähnlicher werden ihre Gesichtszüge. Nicht belegt wiederum ist, ob dies auch auf Hängebusen und Bierbäuche zutrifft, die mit zunehmendem Alter verdächtig oft in Ehen auftreten.

Anstarren baut Bindungen auf

Gute Nachricht auch für Männer, die es lieben Frauen anzustarren – egal, ob in der Bahn, im Café oder in der Disco: Das Anstarren führt in der Tat dazu, dass der Angestarrte einen wahrnimmt. Ein weiteres unglaubliches Ergebnis aus der Forschung! Allerdings führt dies nicht zwangsläufig dazu, dass man so, todsicher den nächsten Beziehungspartner findet. Was man aber mal im Eigenversuch testen kann, ist, jemanden zunächst anzustarren und dann seine Einkaufstüte fallen zu lassen. Höchstwahrscheinlich wird einem die angestarrte Person zu Hilfe eilen beim Aufsammeln der Birnen, Äpfel und Kondome. Und wenn man jetzt noch einen Hund dabei hätte, könnte es tatsächlich etwas werden, mit dem Date, wie die nächste Studie zeigt.

Hundebesitzer kommen leichter mit Fremden ins Gespräch

hunde schräge Studien aus der Psychologie

Hunde, die andere große sabbernde Rasse neben den Männern, sind regelrechte Eisbrecher, wenn es um neue Kontakte geht. Was viele schon seit jeher vermutet hatten, wurde nun höchstwissenschaftlich belegt. Das Gesprächsthema ist überraschenderweise fast immer „Hunde“, allerdings schafft es der abgeklärte Hundenarr sicherlich schnell, auf „Briefmarkensammlung“, „Schlüpfer“ und „Hot Dogs“ umzuschwenken. Letzteres ist ein gutes Stichwort, denn falls einem die Töle doch nicht die erhofften Dates verschafft, kann man sie immer noch essen. Natürlich gibt es auch hierzu eine Studie.

Hunde als Delikatesse? Nur bei reicheren Leuten! (… und Chinesen)

schräge Studien aus der Psychologie wer isst hunde

Die folgenden Ergebnisse dürften wiederum tatsächlich überraschend sein: Nur bei Hundebesitzer der Mittelklasseschicht gibt es die Tendenz, dass die Treue zu ihrem Tier über den Tod hinausgeht. So sehr, dass sie sich vorstellen könnten, das ehemalige Wauzi zu einem leckeren Mahl zu verarbeiten. Ärmere Leute hingegen scheinen einfach nicht gebildet genug zu sein, um zu wissen, welch köstlicher Schmaus ihnen da entgeht. Aber genug von Hunden! Widmen wir uns nun lieber einer anderen haarigen Rasse.


Forscher studiert seinen eigenen Schlaganfall – wie er es zuvor an Katzen getan hat

Zugegeben, wirklich „bekloppt“ ist es nicht, wenn ein Wissenschaftler seinen eigenen Schlaganfall studiert. Schlaf- und Traumforscher Alan Hobson erlitt 2001 einen solchen. Glück im Unglück: Er konnte weitgehend normal weiterleben und vor allem weiterforschen. Da er sich in den Jahren zuvor schon mit Schlaganfällen beschäftigt hat, konnte er seine gesammelten Erfahrungen auf sich selbst anwenden. Und hier kommt das „schräge“ Detail ins Spiel: Seine bisherigen Forschungen in diese Richtung betrafen Katzen.

Pinkeln fällt Männern schwerer, wenn Zuschauer dabei sind

creepy pinkeln

Wer hätte das gedacht: Wenn die Pissoirs neben einem dicht besucht sind, fällt es Mann schwerer, Wasser zu lassen. Eigentlich hätten wir Männer dazu keine Studie gebraucht, denn das ist ein gottgegebenes Gesetz. Dennoch fanden Forscher heraus, dass Männer länger brauchen, bis sie mit dem Pinkeln beginnen, wenn es auf öffentlichen Toiletten zugeht, wie auf einem Bahnhof. Vielen Dank für die Info! Interessanter wäre es aber zu wissen, wie viel Prozent der Männer am Urinal, auf den Penis des Nebenmanns schielen? Oder wie viele sich nach dem Pinkeln die Hände waschen, wenn Zuschauer dabei sind, im Vergleich zu, wenn sie sich unbeobachtet fühlen?

Kitzligkeit ist angeboren und kann nicht erlernt werden

Professor Clarence Leuba hatte ebenfalls eines schönen Tages zu viel Zeit und kam auf die Idee, herauszufinden, weswegen manche Menschen kitzlig sind und andere nicht. Konkreter wollte er wissen, ob diese Eigenschaft angeboren ist oder man sie von der Verwandtschaft erlernt, die einen als Kind ständig so dämlich befummelt? Nachdem das Ziel gesteckt war, involvierte er seine eigenen Kinder, um diese Frage zu klären. Er kitzelte sie tagtäglich durch und führte Protokoll. Irgendwann vergaß er Letzteres, aber kam dennoch zu der Erkenntnis, dass es wohl ein angeborener „Defekt“ sein muss. Es ist nicht bekannt, ob er seine „Probanden“ für die Tortur angemessen entlohnt hat, und nicht nur mit einem „Taschengeld“ abspeiste.

Tauben als Raketensteuereinheit

Tier-Trainer Skinner hat mit seiner schwachsinnigen Idee „den Vogel abgeschossen“ – im wahrsten Sinne des Wortes! Im Zweiten Weltkrieg hatte er einen Plan, wie man Raketen präziser Ziele treffen lassen könnte. Dazu wollte er Tauben abrichten, sie in die Spitze der Raketen setzen und ihnen das „Feintuning“ überlassen, um Zentimeter genau, die bösen Deutschen zu vernichten. Die „fliegenden Ratten“ hatten jedoch Glück, der Plan mit den Kamikaze-Tauben wurde zugunsten eines vielversprechenderen Konzepts fallen gelassen: das Manhattan Projekt.

Pascal Scheib

Originally posted 2015-04-03 15:10:07.