Als Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika muss man auf viele Dinge vorbereitet sein. Als eine der größten Industrienationen der Welt sind sie von Haus aus einem leicht höheren Risiko ausgesetzt, als sagen wir, Island. Und als treibende Kraft hinter einigen Militäroperationen über den ganzen Globus verteilt, haben sie sich zusätzlich noch einige Feinde gemacht.

Die Erstellung und Durchführung der Sicherheitskonzepte erfordert Unmengen an Zeit und Arbeitskraft, weshalb das Büro des Verteidigungsministeriums im neuntgrößten Gebäude der Welt untergebracht ist. Auf 344.280 Quadratmetern arbeiten etwa zwei Millionen Bedienstete an der Sicherheit der USA.
Auch wenn die Gesamtlänge aller Korridore knapp 28,2 Kilometer beträgt, ist jeder Punkt im Gebäude von jedem anderen Punkt aus, innerhalb von 7 Minuten zu erreichen.

In der Regel versucht man sich als Land gegen innere und äußere Bedrohungen, überwiegend militärischer Art zu wappnen. Doch das Pentagon ist auch auf eine Zombieapokalypse vorbereitet.

Der Zombie-Notfall-Plan zum Schutz vor den Untoten

Moment – sind die Zombies schon unter uns? Die Antwort lautet: Nein und es sieht auch nicht danach aus, als würden wir es in naher Zukunft mit gehirnfressenden Zombies zu tun bekommen.
Dennoch müssen alle Eventualitäten abgedeckt sein, weshalb das Verteidigungsministerium einen detaillierten Plan für den Notfall erstellt hat.
Auch wenn die Sache größtenteils theoretisch ist, tun sich nicht nur einige interessante Fragen, sondern es lassen sich ganz konkrete Anwendungsgebiete für aktuelle Notsituationen finden.

Ein interessanter Aspekt ist der gesetzliche Status eines Zombies. Er ist weder Mensch noch Tier, demnach kann das US Militär ohne Rücksicht auf die Charta der Vereinten Nationen oder das internationale Kriegsrecht handeln. Ergibt auch ein wenig Sinn, da man mit Zombies nicht verhandeln kann und sie weder Schmerz noch Tod fürchten.

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Es taucht jedoch die Frage auf, was genau einen Zombie ausmacht und der Plan des Pentagon klassifiziert direkt acht verschiedene Typen der Untoten:

  1. Pathogene Zombies: Durch Viren, Bakterien u.ä. verseucht
  2. Verstrahlte Zombies: Einer sehr hohen radioaktiven Strahlenkonzentration ausgesetzt
  3. Schwarze Magie Zombies: Durch Experimente mit okkulten Ritualen, oder Voodoo
  4. Weltraum Zombies: Hervorgerufen durch außerirdische Toxine oder Strahlungen bspw. von Asteroiden auf die Erde gebracht
  5. Symbiotische Zombies: Ähnlich patogener Zombies, allerdings durch Parasiten verursacht, die ihren Wirt nicht töten, sondern den Verstand übernehmen
  6. Bioengineered Zombies: Cyborgartige Untote
  7. Vegetarische Zombies: Stellen keine Gefahr für den Menschen dar, könnten aber große Mengen Ernte zerstören
  8. Hühnchen Zombies: Die einzige Zombie-Klasse, die tatsächlich existiert.

Die Hühnchen Zombies erwachen aus aufgehäuften, eingeschläferten Legehennen, die zu alt und nicht mehr profitabel sind. Laut Militärbericht würden sie die Leute zum Vegetarismus treiben, aber keine allzu große Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. Allerdings unterliegt die Zuständigkeit dieser Zombie Hühner beim Department of Justice and Homeland Security.

Neben den theoretischen Aspekten hat der Zombie-Notfall-Plan jedoch einige sehr reale positive Auswirkungen, da dieses Szenario eine komplexe Aufgabe darstellt, die organisationsübergreifend angegangen werden muss. So müssen viele verschiedene Abteilungen und Militäreinheiten zusammenarbeiten, um die Lage in den Griff zu bekommen. Diese Übungen schulen nicht nur die beteiligten Katastrophenschutz- und Verteidigungskräfte, sondern können ebenso deeskalierend bei der Außenpolitik wirken.
Militärische Übungen benötigen immer ein Szenario, was sehr oft andere Nationen oder ausländische Streitkräfte mit einschloss. Dadurch können sich andere Länder bedroht fühlen oder es kommt vor, dass eine Übung falsch verstanden und als reale Bedrohung aufgefasst wird. Diese Gefahr fällt bei den Zombies weg.

Neben der militärischen Durchschlagskraft sind aber auch zivile Organisationen gefragt. Man befürchtet beim Ausbruch einer Zombie-Seuche, dass Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen überrannt werden könnten. Auch wenn es keine bekannte Heilung für den Zombie-Virus gibt, könnten verschiedene Präventivmaßnahmen eine Ausbreitung massiv eindämmen. Handdesinfektionsmittel beispielsweise könnten unter Umständen eine großflächige Ausbreitung einer Pandemie verhindern oder zumindest verlangsamen. Auch wenn diese Mittel bei biologischen Gefährdungen wie beispielsweise Ebola keine positive Wirkung zeigten, ist es „völlig plausibel“, dass sie bei richtiger Anwendung die Zombifizierung eindämmen könnten.

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Wie ihr sehr ist der Zombie-Notfall-Plan des Pentagon keine völlig ernsthafte Angelegenheit, hat aber auf mehreren Ebenen positive Effekte und für den Fall, dass es doch zur Zombieapokalypse kommen sollte, ist man wenigstens schon vorbereitet. Sicher ist sicher.

Originally posted 2016-10-07 14:24:26.