Seit kurzem verbreitet sich der neue Coke Werbespot rasend schnell im Netz. Viele Menschen sind begeistert von der Idee.
Was sich als durchdachter gemeinnütziger Akt darstellt und auf den ersten Blick auch einen wirklich durchdachten Eindruck macht, stellt sich aber als arglistige Strategie heraus.

7 Gründe gegen die 16 Coca-Cola Flaschenaufsätze.

Wir sind hier aber nicht so/bei heftig(.co), weshalb ein paar Gründe auch dafür sprechen.

1. Noch mehr Plastik im alltäglichen Leben. Weichmacher und so’n Scheiß.

2. Coca-Cola überall. Der Marketing Traum! Darauf holen sich Werbemenschen in ihrer kleinen Kammer ihrem großzügig geschnittenen, verglasten, weiß eingerichteten Büro einen runter.

3. Durchaus etwas weniger Müll.

4. Andererseits ist es auf längere Sicht dann doch wieder nur Plastikmüll. Der Anteil mag verschwindend gering sein, geht aber dennoch in die falsche Richtung.

5. Stattdessen könnte das Geld sogar noch sinnvoller verwendet werden. Eventuell statt Wasserverknappung durch Abfüllanlagen in trockenen Gebieten zu verursachen, ein bisschen mehr für die Arbeiter ausgeben und bessere Arbeitsbedingungen [gerade auch für Nicht-Weiße Mitarbeiter (verdammte Rassisten*)] schaffen. Oder man denke nur an die bereits verursachte Umweltverschmutzung der genutzen Verpackungsmaterialien.

6. In manchen Ländern Südostasiens war Coca-Cola eine zeitlang verboten und es wird auch weiterhin gegen den Getränkehersteller und seine Produkte protestiert. Für genau diese Regionen ist nun das Flaschenaufsatz-Kit geplant. Ein Schelm, wer Imageaufbesserung dahinter vermutet.

7. Nicht trinkbare oder gar giftige Flüssigkeiten in Getränkeflaschen zu füllen, führte schon des Öfteren zu Verwechslungen.

Im Großen und Ganzen: Nice try, Coca-Cola.
Mehr als eine kleine Wohlfühl-Kampagne steckt nicht dahinter, auch wenn der Grundgedanken ein Guter ist. In irgendeiner Weise Gutes tun beinhaltet eben oftmals keine allzu großen Profite, schließt diese jedoch nicht aus. Leider müsen die meisten großen Konzerne noch lernen wie das geht, ohne dass nur noch mehr Menschen darunter leiden.

Oder auch was ganz Abgefahrenes (ich weiß, das kann man sich als Großkonzern kaum vorstellen): Einfach mal uneigennützig kleine Beiträge leisten. Der 19 Jährige Holländer Boyan Slat macht da schon mal einen Schritt in die richtige Richtung. Natürlich kommt nicht jeder von uns mit einer solchen Idee um die Ecke, aber anstatt in die nächsten zwei Flaschen Cola könnte man die 4,50€ auch in ihn und sein Projekt investieren. Nur mal so als kleines Beispiel.

*Der Autor spricht sich im Allgemeinen gegen rassistisches Gedankengut und dessen Verfechter aus, hat aber mit keinem Wort die Coca Cola Company oder deren Mitarbeiter als solche bezeichnet, liebe Anwälte.

Originally posted 2014-06-26 14:40:01.