Verschwörungstheorien und vermeintliche Enthüllungen, die einen ins Grübeln bringen, gibt es nicht erst seit dem 11.9.2001. Angeblich sei Paul McCartney bereits tot und wurde durch einen Doppelgänger ersetzt, die Mondlandung wurde in einem Hollywood-Studio gedreht und Bielefeld gibt es gar nicht.

Diesen Geschichten wird mit dem mysteriösen Tod der Studentin Elisa Lam ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Im Jahre 2013 fand man diese tot in einem Wassertank des Cecil Hotels in Los Angeles. So weit ist an diesem Geschehnis nichts außerordentlich Mysteriöses zu finden – Morde und Wassertanks gibt es in der Metropole L.A. halt so einige. Im Autopsiebericht fand sich die angebliche Todesursache: Tod durch Ertrinken. Als Anlass für den Unfall konnte jedoch der Konsum von Drogen und Alkohol ausgeschlossen werden. Soweit die knallharten Fakten.

Fehlende Videoaufnahmen und mysteriöse Gesprächspartner

Mysteriös wird es aber bei der Betrachtung der Videoaufnahmen, die Elisa kurz vor ihrem Tod in einem Fahrstuhl zeigen. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen kam dabei heraus, dass 54 Sekunden der Aufnahmen fehlten. Auf den zugänglichen Aufnahmen verhält sich die Studentin so als verfolge sie jemand. Sie drückt panisch alle Knöpfe des Fahrstuhls, um so schnell wie möglich von dem Ort zu fliehen. Das Problem: Der Aufzug gab genau in diesem Moment den Geist auf und bewegte sich kurioser Weise keinen Millimeter. Dies bemerkend verlässt Elisa den Fahrstuhl und macht anschließend sehr ungewöhnliche und unnatürliche Bewegungen.
Es scheint, als würde sie mit jemandem sprechen und jemanden berühren – eine weitere Person ist jedoch auf den Videoaufnahmen nicht zu sehen. Anschließend verlässt Elisa den Bereich, den die Fahrstuhlkamera erfassen kann. Plötzlich schließt der Aufzug seine Türen und nimmt den Betrieb wieder auf.

Der seltsame Fall der Elisa Lam: Mord- und andere Verschwörungstheorien

19 Tage später fand man die Leiche der Studentin in einem Wassertank auf dem Dach des Hotels. Gäste beschwerten sich über ein seltsam dunkles und komisch schmeckendes Wasser. Daraufhin erfolgte eine Untersuchung eben jener schwerzugänglichen und sich auf dem Dach des Hotels befindlichen Wassertanks.
Noch mysteriöser wird die ganze Sache bei der Betrachtung der Vorgeschichte des Hotels. In den 50er und 60er Jahren stürzten sich eine Reihe von Personen aus den Fenstern des Hotels. Außerdem beherbergte es die Serienkiller Richard Ramirez und Jack Unterweger, letzterer ist ein Nachahmer und checkte vermutlich als Hommage an Ramirez in diesem Hotel ein und tötete drei Prostituierte. Todesfälle sind also nichts Neues in diesem Hotel. Daraus könnte man schließen, dass vermutlich auch Elisa Lam Opfer eines Mordes wurde.

Der Fall bietet aber darüber hinaus frappierende Ähnlichkeit zu dem Film Dark Water, der bereits im Jahre 2005 erschien. In diesem zieht die Protagonistin mit ihrer Tochter Cecilia in ein Appartement. Neben der Ähnlichkeit des Namens (Cecilia – Cecil-Hotel) entwickelt auch der Aufzug im Film ein komisches Eigenleben. Außerdem spielt dunkles Wasser ebenso eine Rolle: Wie im Fall Elisa Lam ist auch das Wasser im Film auf Grund einer Leiche in einem Wasserbehälter gefärbt.

Zugegeben die Geschichte ist schon sehr kurios und beinhaltet eine Vielzahl seltsamer Zufälle und Ungereimtheiten. Zweifelsfrei bietet sie ein gefundenes Fressen für Leichtgläubige und Verschwörungstheoretiker. Ein Mord oder ein Selbstmord, verbunden mit einer psychischen Störung können jedoch ebenso als Erklärung des Falls dienen. Ein mulmiges Gefühl und einige Fragenzeichen sind aber nicht von der Hand zu weisen. Letzten Endes muss aber jeder für sich selbst entscheiden, was er glauben will und was nicht.

Originally posted 2014-11-13 13:40:15.