Um in die Köpfe seiner Mitmenschen zu schauen, muss man diese nicht unbedingt aufschneiden. Man kann auch einfach mit ihnen experimentieren. Wir haben einige lohnende Experimente herausgesucht und erklären euch den Ablauf:

 

Rosa Elefant, Foto: Jonas Ginter

Rosa Elefant, Foto: Jonas Ginter

Nur nicht dran denken!

Jeder kennt den Versuch, an etwas Bestimmtes NICHT zu denken, z.B. eine lila Kuh in Strapsen. Man darf auf keinen Fall daran denken. Nein, wirklich, nicht daran denken. DENKT NICHT DARAN! Und…? Schon fällt es euch schwer, dieses sexy Vieh aus eurem Kopf zu bekommen.

Eine Erklärung dafür wäre, dass das Gehirn das Wort „nicht“ schlecht bis gar nicht wahrnehmen kann. Der Versuch, an etwas nicht zu denken, bedeutet also für unser Hirn an etwas zu denken. Nach dieser Theorie wäre es also arschblöd, sich auf etwas zu konzentrieren, was man auf keinen Fall sagen, denken oder machen möchte. Man sollte sich lieber vorstellen, was man stattdessen sagen, denken oder machen will. Deshalb versucht einfach mal, eure negativen (verneinenden) Gedanken gegen einen neuen Inhalt auszutauschen.

Statt also: „Ich esse diese Schokolade nicht!“ versucht ihr: „Hm, ich freue mich sehr auf diese köstliche Rübensuppe!“

 

„Wat, ick seh hier nüscht!“

1999 wurde ein Experiment namens „Gorillas in unserer Mitte“ von von Daniel Simons und Christopher Chabris durchgeführt und zigfach wiederholt. Es funktioniert bei so gut wie jedem. Eine Gruppe von Menschen, die eine Hälfte mit schwarzem Shirt, die andere mit weißem, spielen mit zwei Bällen. Der Zuschauer soll zählen, wie oft sich die weiße Mannschaft den Ball zuwirft. Die Probanden zählen die Ballwürfe und bekamen nicht mit, dass zwischen den Ballspielern mehrmals ein verkleideter Gorilla lief und sich auf die Brust trommelte. Was bedeutet das jetzt für den gemeinen SLEAZE-Leser? Menschen sind unfähig, Änderungen in ihrer Umwelt wahrzunehmen, wenn sie in dem Moment nicht ausreichend bedeutsam sind. Die Probanden mussten die Ballwürfe zählen und haben deshalb den verkleideten Affen komplett ausgeblendet. Deshalb…OBACHT!

 

Das Experiment Funktioniert übrigens auch ohne Affen.

 

„Augenbrauen of Dummheit“

1920, während des Ersten Weltkriegs, untersuchte Edward Lee Thorndike, wie in der Armee Vorgesetzte ihre Untergebenen beurteilen. Die Offiziere bewerteten ihre Soldaten nach folgenden Aspekten: Kondition, Charakter, Führungsqualitäten, Intelligenz und mehr.

Fazit des ganzen Spaßes: Soldaten mit hübschem Gesicht und einer guten Körperhaltung erhielten in fast allen Bereichen hervorragende Noten. Soldaten mit einem weniger einnehmenden Äußeren (wir sagen auch hässlich dazu) wurden in fast allen Bereichen automatisch schlechter eingeschätzt. Dieses Experiment wurde in den folgenden Jahren immer wieder bestätigt. Brillenträger gelten als klug, Dicke als gemütlich und Menschen mit Monobrauen als dümmlich. Dieses Prinzip wird als der Halo-Effekt bezeichnet. Ein beobachtetes Phänomen kann so stark auf uns wirken, dass es alle anderen Merkmale überstrahlt.

Und auch dieses Fazit könnt ihr euch leicht zusammenreimen: Nicht alles ist Gold, was glänzt oder eine gutsitzende Frisur hat.

Originally posted 2014-11-11 18:15:05.