Es gibt Menschen, die können aus Handflächen die Zukunft lesen, mit Hilfe von simplen Stöckern Wasseradern finden und in einem Stuhlkreis sitzend, unter Benutzung von sehr viel gedämpftem Licht, mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen.
Für den Rest besteht nun auch die Möglichkeit, in derartige Sphären aufzusteigen: Entdeckt mögliche Erkrankungen in eurem Urin.
Dies ist einfach und bequem von zu Hause durchführbar. Zugegeben, der mystische und geheimnisvolle Aspekt der vorher genannten Beispiele geht bei der Ausübung etwas verloren. Das macht aber nichts, schließlich muss man sich, wie immer im Leben, das Ziel fest vor Augen halten. In diesem Fall ist es, den Gesundheitszustand des eigenen Körpers festzustellen.
Wie wir alle sicher schon bemerkt haben, variieren die Nuancen des menschlichen Urins in einer ganze Fülle an Farben. Normalerweise schwankt die Urinfarbe zwischen einem tiefen, dunklen Bernstein- oder Honigton, bis hin zu einem hellen Strohgelb mit vielen goldenen Variationen dazwischen.

Die mehr oder minder renommierte Cleveland-Clinic hat eine Liste der möglichen Urinfarben und deren resultierenden Anzeichen herausgegeben. Hier das Ergebnis:

 Urin, Urinfarbe und amateurhafte Diagnosen

Keine Farbe/Transparent: Du trinkst viel Wasser.

Strohgelbe Farbe: Du bist normal, gesund und ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.

Transparent Gelb: Du bist normal.

Dunkelgelb: Normal. Aber trinke mehr Wasser.

Bernstein- oder Honigfarben: Dein Körper bekommt nicht genug Wasser. Trinke etwas!

Sirupfarben, ähnlich duklen Bieres: Du könntest an einer Lebererkrankung oder einer ernsten Dehydration leiden.Trinke Wasser und suche deinen Arzt auf, falls dieser Zustand fortbesteht.

Pink bis Rötlich: Hast du kürzlich rote Beete, Blaubeeren oder Rhabarber gegessen? Wenn nicht, hast du vielleicht Blut in deinem Urin. Es könnte nicht weiter schlimm sein. Es könnte jedoch auch ein Anzeichen einer Nierenerkrankung, eines Tumors, einer Harntraktsinfektion, Prostataproblemen oder dergleichen sein. Womöglich auch Blei- oder Quecksilbervergiftung. Kontaktiere deinen Arzt.

Orange: Du trinkst womöglich nicht genug Wasser. Du könntest auch an einer Leber- oder Gallenwegsentzündung leiden. Kontaktiere deinen Arzt.

Blau oder Grün: Es gibt eine Krankheit, die den Urin blau oder grün färben kann. Dieses tritt aber nicht häufig auf. Auch bestimmte Bakterien können den Harntrakt befallen. Es ist vermutlich Lebensmittelfarbe von etwas, das du gegessen hast oder von Medikamenten. Du wirst nicht daran sterben. Suche aber einen Arzt bei Fortbestand der Verfärbung auf.

Lila: Es gibt keinen lilafarbenen Urin.

Schäumend oder Zischend: Bei gelegentlichem Auftreten ist dies harmlos. Es könnte ein Anzeichen für einen Proteinüberschuss oder ein Nierenproblem sein. Besuche einen Arzt, falls das Schäumen andauert.

Äußere Beeinflussungen: Alles was du isst, kann die Farbe deines Urins ändern. Beispielsweise einige Medikamente, Abführmittel, Chemotherapiemittel und von Ärzten verabreichte Kontrastmittel können deinen Urin dunkel färben.

Pipi ist nicht gleich Pipi – Was dein Urin dir sagen möchte

Solltet ihr euch einmal bei der genauen Bestimmung der Farbe nicht sicher sein, dann verzagt nicht. Der Durchschnittsmensch produziert pro Tag ungefähr 1 bis 1,5 Liter Urin und besucht vier- bis acht Mal täglich das stille Örtchen – da bleibt genug Zeit zum Üben.
Noch ein Tipp für die Hobbykurpfuscher unter uns: ihr könnt euer Feld erweitern, indem ihr den Urin von Freunden und Bekannten untersucht (natürlich nur mit deren Zustimmung).
Seid jedoch vorsichtig bei der Stellung möglicher Diagnosen. Bei Zweifeln geht nichts über den Besuch des Hausarztes. Schließlich wollt ihr ihm auch nicht die Arbeit streitig machen und ihn somit in den Urin treiben.

Originally posted 2014-01-15 16:33:15.