Die Zustände vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz Lageso sind menschenunwürdig. Vor der Aufnahmeeinrichtung im Berliner Stadtteil Moabit warten Flüchtlinge in langen Schlangen — auch im vergangenem Winter bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt war dies der Fall. Nun sollen Tiny Houses entstehen und den Menschen etwas Würde und eine Rückzugsmöglichkeit bieten.

Tiny Houses: neue Wohnungen selbst gestalten

Der Initiator der Minihäuschen ist der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel, auch bekannt durch seine „Hartz IV Möbel“. Er rief die Aktion „Tiny-House-University Kreuzberg“, kurz: TU Kreuzberg ins Leben. Gemeinsam mit Flüchtlingen möchte er herausfinden, wie die Wohnungen der Zukunft aussehen könnten.

Edgar Reinke ist ein Partner der TU und entwarf unter dem Projektnamen Elementhouse die Unterkünfte. Diese können in nur wenigen Schritten und mit wenig Material gebaut werden. Die Häuser sind 80 cm breit und bis zu zwei Meter lang. Das Modell ist denkbar einfach: Sie bestehen aus zwei Holzwänden, Fenstern, einem Dach und mehreren Betten im Innenraum. Dadurch sind die Tiny Houses leicht transportierbar, einfach nachzubauen und an individuelle Bedürfnisse anpassbar.
Die Kosten sind relativ gering. Das Material für die ersten Tiny-Houses wurde von Schreinereien aus der Umgebung gespendet.

„Der Clou ist, dass sie mit Material gebaut werden, das andere nicht mehr brauchen“, erzählt Le-Mentzel.

Tiny Houses

Skizze der Tiny Houses; Copyright: Nora M. Zaremba

Ein Ziel der Aktion ist es, dass Flüchtlinge miteinander bauen, in Kontakt treten und voneinander lernen. Sie sind aktiv am Entstehungsprozess der Tiny Houses beteiligt.

Originally posted 2016-05-12 15:38:21.