Du kennst das „Nur-noch-eine-Seite-Gefühl“, liest komplette Nächte lang durch und verschlingst Bücher wie andere Chipstüten? Du lachst schrill beim Lesen und bist oft so vertieft, dass du manchmal kaum mehr mitbekommst, was um Dich passiert?

Nein!? Macht nichts! Die SLEAZELs lesen für dich quer in unserer Literatourette Rubrik und sagen dir, welche Bücher es lohnen, später mal in deinem Regal zu verstauben.

Literatourette

 

 

 

 

POL POT POLKA
r.evolver

Roman / Thriller
Evolver Books
Taschenbuch, 172 Seiten
Jul. 2013, 12.00 EUR

Kay Blanchard, die beste und zugleich schärfste Agentin, die England zu bieten hat, ist zurück und liefert mit „Pol Pot Polka“ die von Fans langersehnte Fortsetzung des Kult-Pulps „The Nazi Island Mystery“. Sie besticht mit einer unersättlichen Lüsternheit nach Sex und ist auch sonst nicht so, wie man sich die typische Agentin vorstellen würde: durchgeknallt, leicht übergewichtig und stets den passenden Spruch auf den Lippen. So kämpft sie sich in ihrem hautengen Dress  durch das mörderische Setting mitten im Feindesland zwischen Golfzombies, Sexroboter bis hin zu Nazi-Frauen in Latex. Die spannenden Cliffhanger am Ende eines jeden Kapitels, zwingen einen ständig zum Weiterlesen. Wieder mit von der Partie: Die kultigen Intros und die dazugehörigen Soundtrack-Empfehlungen. Geschmacklich fragliche Trashunterhaltung auf höchstem Niveau: Durchgeknallt, abseitig, humorvoll – dabei dennoch spannend und herrlich politisch inkorrekt.

Story:      7/10

Layout:  8/10

Preis:     5/10

Literatourette

 

 

 

 

 

 

 

Sherlock Holmes und das Geheimnis des Illusionisten
Thomas Fröhlich

Theaterstück / Mystery & Krimi
Evolver Books Verlag
Broschiert, 122 Seite

März 2013, 12.00 EUR

Thomas Fröhlich sorgt für eine Wiederauferstehung der britischen Spürnase im Theater:
Ein Kriminalstück in 3 Akten. Der gealterte und opiumsüchtige Sherlock Holmes und sein treuer Gefährte Dr. Watson ermitteln wieder – in ihrem vielleicht mysteriösesten Fall: Literarische Figuren begegnen ihren Autoren, ein Illusionist namens Nyarlathotep lässt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen und der berühmteste Detektiv der Weltgeschichte steht auch privat vor einigen Rätseln. Dieses Buch liest sich wie eine gute Mischung aus skurrilen Drogenphantasien mit einem Hauch von britischer Dekadenz im Screwball-Comedy-Tempo. Die Figuren sind authentisch und sprühen vor tiefsinnigen Dialogen („Ich träume nicht. Ich handle mit Träumen.“). Die dramatische Hommage an die Mystery- und Schauerliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts bietet dem Leser einen unterhaltsamen Mix aus Thriller und (annähernd) romantischer Komödie – mit jeder Menge charmanter popkultureller Verweise. Für einen klassischen Krimi ist die Story jedoch zu spannungsarm und vorhersehbar. Abschreckend ist zudem der stolze Preis von zwölf Euro, für den man im Umkehrschluss aber ein wirklich hochwertig gestaltetes Taschenbuch bekommt.

Story:     6/10                   

Layout:  7/10

Preis:     5/10

 

Originally posted 2014-03-05 11:26:46.