Editor's Rating

Das ultimative Coffee-Table-Buch. Nicht nur zum gucken, sondern auch zur Wissenserweiterung gut zu gebrauchen. Wen Trivia und Hintergrundinfos nicht interessieren, wird dennoch große Freude an den Artworks haben.

10
Bunte Bilder
7.5
Informationsgehalt
3
Buchgröße + Gewicht = Handlichkeit
8
Klugscheißfaktor

Bücher mit Abbildungen etwaiger Albencover der letzten 100 Jahre, aus allen erdenklichen Genres gibt es bereits zur Genüge. Brauchen wir also wirklich noch eins von der Sorte?

Ja und Nein. Von genau dieser Sorte nicht, allerdings haben wir es bei dem Buch mit dem schlichten Titel „Rock Covers“ mit einem besonderen Exemplar dieser Spezies zu tun. Die 551 Seiten dicke Werkschau wurde am 30.10. im Taschen Verlag veröffentlicht und kann noch viel mehr als nur gut aussehen.

Das Problem mit den Coffee-Table-Büchern ist oftmals nämlich, dass sie zwar zum Gäste beeindrucken taugen, darüber hinaus aber keinen allzu großen Mehrwehrt aufweisen können. Manchmal sind schicke Bilder Mehrwert genug, allerdings nicht dann, wenn viele davon bereits im Plattenschrank zu finden sind.

Daher großes Lob für dieses Buch, das die großformatigen Farbdrucke der bekanntesten, aufwendigsten, kuriostesten, unbekanntesten und mit weiteren Superlativen zu beschreibenden Albencover der gesamten Rockgeschichte mit ordentlich Infos ergänzt.

Die Autoren Jonathan Kirby, Robbie Busch und Julius Wiedemann liefern zu jedem Cover die Basisdaten, wie Erscheinungsjahr, Interpret, Label, Fotograf/Illustrator usw. in tabellarischer Form und darüber hinaus werden etwa 200 der insgesamt 750 gezeigten Cover gesondert behandelt. Die Werke, die für den Künstler oder gar die Rockmusik an sich von besonderer Bedeutung waren, werden mit zusätzlichen Infotexten hervorgehoben. Abgerundet werden diese mit reichlich Interviews von bekannten Fachleuten der Branche und Top-Listen einiger Djs.

Fazit: Man muss nun endlich nicht mehr alle möglichen Leute zu sich nach Hause einladen, um sie dort mit seiner intellektuellen und popkulturellen Weltgewandtheit zu beeindrucken, indem sie in den Büchern blättern, die sorgfältig drapiert ganz zufällig auf dem Couchtisch liegen. Nachdem man sich einmal durch „Rock Covers“ gearbeitet hat, kann man ab sofort mit jedem Art-Director und Musikinteressierten fachsimpeln und alle umstehenden damit in den Wahnsinn treiben.

Wir sprechen eine Empfehlung aus!

Originally posted 2014-11-07 15:55:43.